Amazons Kindle-Shop für e-Books erfasst von Spam

User veröffentlichen massenhaft Müll als Kindle eBook

Jetzt nachdem mein Mann zwei Kapitel aus unserem Buch auf eine Kindle Version umgearbeitet, kommen viele Meldungen wie diese. Es war eine Heidenarbeit, da unser Layout des Verlages komplett umgebaut werden musste. Sind doch die Kindle eBooks in HTML dargestellt. Unsere vielen Tabellen aus dem Buch sind zudem fast gar nicht in diese Form umzubauen. Die Breite der Seite darf auch nicht größer als 500 Pixel sein (abhängig von der Amazon Kindle Version: Kindle 2 520 x 622 px, Kindle 3 600 x 800 px und Kindle DX 744 x 1022 px) und somit ist es unwahrscheinlich schwer ein Layout aus einem Fachbuch für den Kindle aufzubereiten.

Aktuell bieten wir die beiden Kapitel 1 + 3 an, jeweils zum Kennenlernpreis von nur 2,99 €:

Grundsätzlich haben es die Romanschreiber wesentlich einfacher als Fachbuchautoren von also Business Kindle eBooks. Text und das als einfacher Blocksatz auf jeder Seite. Jeder will anscheinend auf den Zug mit Kindle eBooks schnell und rechtzeitig aufspringen, um möglichst zu Anfang recht viel Geld damit scheffeln. Und jetzt das:

Im Kindle-Shop des Online-Händlers Amazon müssen sich die E-Book-Leser durch immer größere Berge an Spam wühlen, um einen passenden Titel zu finden. Auf dem alternativen Vertriebsweg bei "Kindle Direct Publishing" , wo Autoren auch ohne Verlag Bücher in digitaler Form veröffentlichen können, suchen dreiste User das schnelle Geld. Sie missbrauchen das Programm, um am wachsenden eBook-Geschäft teilzuhaben, und überhäufen den Online-Store mit minderwertigem Material.

In Deutschland ist Amazon erst vor wenigen Monaten in den noch kleinen Markt eingestiegen. "Verlage und Buchhandel rechnen in den kommenden Jahren mit erheblichen Umsatzsteigerungen und investieren deshalb weiter in die Digitalisierung", sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels . "Das Angebot auf dem Markt ist da, es wächst und es wird seinen Weg zu den Lesern in den nächsten ein, zwei Jahren finden."

Teilweise viele wertlose eBooks zu Dumpingpreisen

Mit eigenen eBooks können Autoren in Self-Publishing-Programmen schon jetzt erste Schritte auf den Markt wagen. Kindle Direct Publishing beispielsweise steht gegen eine Verkaufsbeteiligung für Amazon allen Usern kostenlos offen. Reuters zufolge hat der Konzern in dem gegenüber Deutschland wesentlich größeren eBook-Markt USA damit Spammer angelockt. Diese kaufen Inhalte und zugehörige Lizenzen günstig im Web und verschachern den Content im eBook-Format in der Regel zu Dumpingpreisen von unter einem Dollar weiter.

Je größer das Angebot, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für den ein oder anderen Verkauf. Angesichts der Massen an eigentlich wertlosen Publikationen, tappen User gelegentlich auch in eine der Spam-Fallen. Mittlerweile kursieren offenbar sogar DVDs zur Anleitung, wie bis zu 20 Titel pro Tag veröffentlicht werden können, ohne sie selbst zu schreiben. Das Problem macht aber nicht nur den Lesern auf Büchersuche zu schaffen, die von der Spam-Flut im Kindle-Shop überrollt werden. Darüber hinaus leiden darunter auch die Geschäfte ernst zu nehmender Autoren und Verleger.


1 Comment for “Amazons Kindle-Shop für e-Books erfasst von Spam”

Mari

says:

Danke für die informative Einführung ins "Kindlewesen" – vieles habe ich jetzt besser verstehen können. Da ich immer wieder auf der Suche nach zusätzlichen Veröffentlichungsmöglichkeiten bin war ich in diesem Metier noch völlig ahnungslos. Aber wie mir scheint bin ich mit meiner Wahl dem GRIN Verlag in München http://www.grin.com bestens bedient. Dort entstehen auch keinerlei Kosten, eine ISBN gibt es dazu, die Veröffentlichung ist denkbar einfach und formatieren muss ich den Text auch nicht umständlich neu.