Springer steigt bei Preissuchmaschine Idealo ein

Umsatz des Portals wächst jährlich um 50 Prozent

Der Axel Springer Verlag hat die Mehrheit der auf Preisvergleiche spezialisierten Suchmaschine Idealo Internet GmbH erworben, wie der Konzern heute, Dienstag mitgeteilt hat. Springer hat das in Berlin ansässige Unternehmen zu 74,9 % übernommen. Im Zuge der Transaktion habe Finanzinvestor Peter Jungen seine Anteile verkauft. Die restlichen Anteile halten die Gründer Martin Sinner, Albrecht von Sonntag und Christian Habermehl.

Die Übernahme sei ein weiterer Schritt im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Konzerns, so Andreas Wiele, Vorstand der Axel Springer AG. „Mit der Preis- und Produktsuchmaschine Idealo erschließen wir ein dynamisch wachsendes Segment im Internet“, sagt Wiele. Zum Springer-Verlag gehört bereits das Immobilienportal Immonet und die Online-Jobbörse Stepstone. Den Kaufpreis für die Idealo-Anteile hat der Verlag nicht nennen wollen. „Idealo.de ist bereits heute sehr gut im Markt positioniert. Mit Axel Springer als Gesellschafter eröffnen sich für uns neue und interessante Entwicklungsperspektiven“, sagt Martin Sinner, einer der drei Geschäftsführer.

Idealo wurde 2000 gegründet und zählt laut eigenen Angaben zu den führenden Preissuchmaschinen in Deutschland. Der kostenlose Preisvergleich umfasst circa 150.000 Produkte aus 350 Kategorien, darunter elektronische Waren, Flüge, Bücher, Filme und Tonträger. Das neueste Produkt des Unternehmens ist ein Flugpreisvergleich. Der Umsatz des Unternehmens stieg in den vergangenen Jahren jährlich um 50 Prozent, so das Unternehmen. „Wir finanzieren uns in erster Linie durch Werbung. Weitere Einnahmen beziehen wir aus Shop-Listings auf der Website, allerdings nur auf Erfolgsbasis“, so Sinner im Gespräch mit pressetext.

Derweil hat Friede Springer, die Witwe des Verlegers Axel Springer, vergangene Woche zwei Prozent ihrer zehn Prozent-Beteiligung an der Axel Springer AG an Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner verkauft. Döpfner erwarb 680.000 stimmberechtigte Wertpapiere zum Preis von 77 Euro pro Aktie. Der tatsächliche Wert beläuft sich auf 104,50 Euro pro Aktie. Im Februar dieses Jahres verkaufte die Springer-Witwe schon drei Prozent ihres Anteils an den britischen Unternehmer Michael Lewis. Ihr bleiben demnach nur noch fünf Prozent der Anteile am Verlag (pressetext.deutschland, Berlin, 25.07.2006).


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