Gefällt-mir-Button bringt Online-Händlern neue Kunden

Internetverkehr aus Facebook hat sich vervielfacht

Für den E-Commerce hat der "Gefällt-mir-Button" von Facebook eine Steigerung des Kundenkontakts im Web gebracht. Das berichtet das Wall Street Journal in seiner Montagsausgabe. Der Gefällt-mir-Button ist Teil der Palette von Facebooks "Social Plugins", die Betreiber von Webseiten mit minimalem Programmieraufwand ins eigene Portal integrieren können. Nachdem die Plugins im April bereitgestellt wurden, nutzten laut Facebook im Juli bereits 350.000 Betreiber das Tool.

Der Artikel, das Produkt oder der abgeschlossene Handel, den man mit einem "Gefällt mir" weiterempfiehlt,  …

erscheint im eigenen Profil und teilweise auch im Newsfeed der Freunde. Der Vorgang ist mit einer Einladung vergleichbar, dieselbe Seite zu besuchen oder das ausgewählte Produkt zu kaufen. Facebook-Sprecher Bret Taylor betont, dass jene Internetnutzer, die auf "Like" klicken, mächtig sind. "Sie besitzen durchschnittlich 185 Freunde, deutlich mehr als die 130 des durchschnittlichen Nutzers."

Tool bringt gesamtes Freundschaftsnetz mit

Für die Seitenbetreiber hat der unscheinbare Button in kurzer Zeit die Internetzugriffe via Facebook um das ein- bis fünffache gesteigert. Christoph Holz, Geschäftsführer von holzweg e-commerce solutions http://www.holzweg.com , hält diese Zahl . "Ein Vorteil ist, dass das ganze Freundschaftsnetz mit dem 'Like' konfrontiert und mit hineingezogen wird." Verdienst des Tools ist für Holz außerdem, dass die Hürde für eine Weiterempfehlung so klein wie nur möglich wird. "Wo man früher ein Formular ausfüllen musste, reicht heute ein Klick."

Nicht zuletzt erwies sich das "Gefällt mir" jedoch auch für Facebook als genialer Schachzug. Um es zu betätigen, muss ein User selbst in Facebook eingeloggt sein, folglich wird für Nicht-Mitglieder die Neuanmeldung vorgeschlagen. Nach der Einführung der Social Plugins verzeichnete Facebook im Mai einen Rekordmonat, obwohl die Seite gleichzeitig in heftiger Datenschutz-Kritik stand. Durch die Integrierung des Buttons bei großen Seiten wie eBay, Best Buy oder Gilt Groupe wuchs der Einfluss enorm.

Preis ist Wissensverlust über Kunden

Kritik an der Funktion kommt von Seiten der Konkurrenz wie "ShareThis". Dieser Anbieter stellte schon früher Bewertungs- und Empfehlungstools zur Verfügung. "Durch das Facebook-Plugin erhalten die Betreiber der Seiten nur mehr anonymisierte demografische Daten über Kundenverbindungen. Damit verschlechtert sich ihr Potenzial, einzelne Zielgruppen in den Anzeigen spezifisch anzusprechen", zitiert das Wall Street Journal ShareThis-Chef Tim Schigel. Facebook wisse somit als dritte Gruppe mehr über Einzelkunden als die Betreiber selbst und nutze dieses Wissen auch aus.

Abzuwarten ist zudem, ob das Tool für Online-Händlern über den zusätzlichen Internetverkehr hinaus auch tatsächlich mehr Umsätze bescheren kann. "Bisher erkennen wir noch keinen direkten Zusammenhang zwischen den Artikeln, die sich am besten verkaufen und jenen, die am meisten empfohlen werden", berichtet Fiona Dias, Vizepräsidentin von GSI Commerce http://www.gsicommerce.com.


3 Comments for “Gefällt-mir-Button bringt Online-Händlern neue Kunden”

says:

Das Internet ist eigentlich die perfekte Demokratie. Jeder Mensch, der über einen Zugang zum Internet verfügt, erhält fast unbegrenzte Möglichkeiten, seine Meinung zu finden oder zu publizieren. Aber wie in jeder Demokratie gibt es eben in dieser Art "offenen Gesellschaft" keine Garantie dafür, dass die Vorzüge nicht ausgenutzt werden.
Man sieht es an der aktuellen Diskussion zu Google Street View und an der noch nicht ganz abgeebbten zu Facebook was den Datenschutz angeht. Die Angst ist doch grösser als das Gemeinschaftsgefühl, obwohl man sich die Frage stellen muss, ob nicht die Medien einen grossen Anteil daran haben, dass die Dinge von der breiten Masse daheim am Schirm und am Stammtisch so gesehen werden wie sie dann mit Besorgnis gefühlt werden.
Jeder sollte sich einfach darüber Gedanken machen, welche Daten er von sich preisgibt und wie er es macht. Niemand zwingt jemanden dazu, ein echtes Foto von sich zu veröffentlichen oder seine religiösen oder sexuellen Vorlieben, Dinge, die sogar Hartz IV Empfänger in ihren Kontoauszügen schwärzen können.
"Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein". Dieser Songtext ist vielleicht die philosophische Antwort auf die selbstgewählte Verknechtung des Menschen mit der Technik, die uns  manchmal genauso beherrscht wie Naturgewalten.

says:

da bekommen Hersteller für empfehlungsmarketing einen weiteren großen Konkurrenten. Denn warum sollte ein Shopbetreiber viel Geld für Tools ausgeben, wenn es Facebook noch umsonst gibt für Unternehmer.