﻿{"id":893,"date":"2009-04-03T14:29:16","date_gmt":"2009-04-03T12:29:16","guid":{"rendered":"http:\/\/wallaby.at\/news\/?p=893"},"modified":"2009-04-03T14:29:16","modified_gmt":"2009-04-03T12:29:16","slug":"medien-%c3%bcbernehmen-aprilscherz-meldung-ungepr%c3%bcft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wallaby.de\/news\/ebusiness\/medien-%c3%bcbernehmen-aprilscherz-meldung-ungepr%c3%bcft-p893.html","title":{"rendered":"Medien \u00fcbernehmen Aprilscherz Meldung ungepr\u00fcft"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\" itemprop=\"text\">\n<p><a href=\"http:\/\/wallaby.at\/news\/wp-content\/uploads\/image\/diezeit-pressemeldung-domain-aprilscherz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-894\" title=\"diezeit-pressemeldung-domain-aprilscherz\" src=\"http:\/\/wallaby.at\/news\/wp-content\/uploads\/image\/diezeit-pressemeldung-domain-aprilscherz-300x274.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"274\" \/><\/a><strong>54 Prozent der Deutschen zweifeln an wahrheitsgem\u00e4\u00dfer Berichterstattung<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>M\u00fcnchen\/K\u00f6ln (pte\/02.04.2009\/11:58) &#8211; Die Meldung der Leipziger Internetfirma Unister http:\/\/www.unister.de \u00fcber den Rekordverkauf der deutschen Domain preisvergleich.de sorgte gestern, Mittwoch, f\u00fcr einiges Aufsehen in der Medienlandschaft. Ein anonymer Investor aus Dubai habe die Webadresse f\u00fcr die unglaubliche Summe von 15 Mio. Dollar erworben, verk\u00fcndete Unister. Als sich herausstellte, dass es sich bei der Verlautbarung lediglich um einen Aprilscherz handelte, war es bereits zu sp\u00e4t. Unz\u00e4hlige renommierte Online-Nachrichtenseiten wie etwa die &#8222;Zeit&#8220;, die &#8222;Welt&#8220; oder ZDnet hatten die Neuigkeiten bereits \u00fcbernommen und weiterverbreitet. &#8222;Eine umfassende Recherchet\u00e4tigkeit ist ein zentraler Punkt der journalistischen Arbeit. Beim aktuellen Fall haben einige Journalisten ihren Job offenbar nicht gemacht und nicht ausreichend gepr\u00fcft, ob die betreffende Meldung auf tats\u00e4chlichen Fakten beruht&#8220;, stellt Martin Welker, Professor f\u00fcr Journalistik an der Macromedia Hochschule f\u00fcr Medien und Kommunikation http:\/\/www.macromedia-fachhochschule.de.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nErst gestern, Mittwoch, hat die Macromedia Hochschule eine gemeinsam mit dem Markt- und Organisationsforschungsinstitut YouGovPsychonomics http:\/\/www.psychonomics.de durchgef\u00fchrte repr\u00e4sentative Studie ver\u00f6ffentlicht, die den Journalisten in Deutschland ein sehr ambivalentes Image in der Bev\u00f6lkerung zuspricht. &#8222;Journalisten genie\u00dfen in Deutschland zwar ein hohes Ansehen, doch die Mehrheit der Bundesb\u00fcrger hat Zweifel an ihrer Unabh\u00e4ngigkeit. Rund 54 Prozent glauben, dass sie &#8217;nicht wahrheitsgem\u00e4\u00df&#8216; berichten, mehr als jeder Zweite vermutet Beeinflussbarkeit durch Wirtschaft und Politik&#8220;, erkl\u00e4rt Welker. Was die Qualit\u00e4t der Recherche betrifft, zeige sich die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung jedoch zufrieden. &#8222;69 Prozent gehen davon aus, dass beim Erstellen eines Artikels gewissenhaft recherchiert wird. Nur jeder Zehnte meint, dass Journalisten Berichte selbst inszenieren, um die Auflage zu erh\u00f6hen&#8220;, erl\u00e4utert Welker die Studienergebnisse.<\/p>\n<p>Allerdings halten es auch 74 Prozent der Befragten f\u00fcr wahrscheinlich, dass Journalisten im Rahmen der Recherche auch &#8222;\u00fcber Leichen gehen&#8220;, also harte Recherchemethoden einsetzen. &#8222;Weitere 61 Prozent gehen davon aus, dass Journalisten ihre Stellung dazu ausnutzen, um die \u00f6ffentliche Meinung in ihrem Sinne zu beeinflussen. 93 Prozent der Befragten attestieren der Presse eine gro\u00dfe Macht in der Meinung der \u00d6ffentlichkeit&#8220;, erg\u00e4nzt Welker. Besonders angekratzt sei das Image des Berufsstandes in \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern. &#8222;Ostdeutsche sind prinzipiell ein St\u00fcck skeptischer als ihre westlichen Mitb\u00fcrger. Rund zwei Drittel bestreiten dort, dass sich Journalisten mit ihrer Arbeit an der Wahrheit orientieren&#8220;, betont der Journalistik-Professor und Studienleiter. Diese habe vermutlich historische Gr\u00fcnde. &#8222;Die Menschen in den \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern haben schlechte Erfahrungen mit der ideologisch gebundenen Presse gemacht, die auch heute noch in den K\u00f6pfen gespeichert sind&#8220;, meint Welker.<\/p>\n<p>Bereits Mitte Februar hatte eine Falschmeldung auf dem Portal der Online-Enzyklop\u00e4die Wikipedia f\u00fcr Aufregung gesorgt, die von etablierten deutschen Medien wie &#8222;Spiegel Online&#8220;, dem &#8222;Handelsblatt&#8220;, der &#8222;S\u00fcddeutschen&#8220; oder der &#8222;Bild&#8220;-Zeitung unkontrolliert \u00fcbernommen worden war (pressetext berichtete: http:\/\/pressetext.at\/news\/090212028\/). Damals handelte es sich jedoch nicht um einen Aprilscherz, sondern den Streich eines F\u00e4lschers, der mit seiner Aktion die Recherchemethoden einiger Journalisten in Zweifel stellen wollte. &#8222;F\u00e4lle wie diese \u00fcbernommenen Falschmeldungen werden von den B\u00fcrgern sicher wahrgenommen. Ich glaube aber nicht, dass sie einen sehr gro\u00dfen Einfluss auf das Gesamtimage der Journalisten in der Bev\u00f6lkerung haben&#8220;, so Welker abschlie\u00dfend. <span style=\"color: #c0c0c0;\"><br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #c0c0c0;\">Quelle: pressetext.com<\/span><\/p>\n\n\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\" itemprop=\"text\">\n<p>54 Prozent der Deutschen zweifeln an wahrheitsgem\u00e4\u00dfer Berichterstattung M\u00fcnchen\/K\u00f6ln (pte\/02.04.2009\/11:58) &#8211; Die Meldung der Leipziger Internetfirma Unister http:\/\/www.unister.de \u00fcber den Rekordverkauf der deutschen Domain preisvergleich.de sorgte gestern, Mittwoch, f\u00fcr einiges Aufsehen in der Medienlandschaft. Ein anonymer Investor aus Dubai habe die Webadresse f\u00fcr die unglaubliche Summe von 15 Mio. Dollar erworben, verk\u00fcndete Unister. 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