﻿{"id":8,"date":"2006-12-05T00:39:13","date_gmt":"2006-12-04T23:39:13","guid":{"rendered":"http:\/\/wallaby.at\/news\/webdesign\/barrierefreiheit-im-internet-keine-modeerscheinung-8.html"},"modified":"2009-08-21T23:03:46","modified_gmt":"2009-08-21T21:03:46","slug":"barrierefreiheit-im-internet-keine-modeerscheinung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wallaby.de\/news\/webdesign\/barrierefreiheit-im-internet-keine-modeerscheinung-p8.html","title":{"rendered":"Barrierefreiheit im Internet keine Modeerscheinung"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\" itemprop=\"text\">\n<h2>\u00dcber die Barrierefreiheit des Internets wird mehr geredet als getan<\/h2>\n<p>Zu der Erkenntnis kommt Dr. Markus Nickl, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Erlanger doctima GmbH: &quot;Es gibt Tausende von Internetseiten zum Thema Barrierefreiheit. Aber die allerwenigsten Seiten sind tats&auml;chlich barrierefrei oder zumindest barrierearm.&quot; Dabei, so Nickl, zielt Barrierefreiheit heute l&auml;ngst nicht mehr allein darauf ab, dass sich behinderte Menschen Informationen im Internet verschaffen k&ouml;nnen. Auch Menschen ohne ausgewiesene Behinderung finden sich auf barrierearmen Internetseiten schneller zurecht. Als Beratungsunternehmen f&uuml;r Informationsmanagement bietet doctima den Service an, Internetpr&auml;senzen auf Barrieren zu untersuchen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Selbst wenn heute unter Barrierefreiheit im Internet mehr verstanden wird als eine Eignung f&uuml;r Behinderte, so nahmen die Bem&uuml;hungen um die Barrierefreiheit doch hier ihren Ursprung. Nicht ohne Grund: 8,5 Millionen Einwohner Deutschlands gelten nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes als behindert. &quot;Menschen mit Behinderungen nutzen das Internet &uuml;berdurchschnittlich h&auml;ufig&quot;, wei&szlig; Nickl. Zum Beispiel ist f&uuml;r die 700.000 Blinden und Sehbehinderten in Deutschland das Internet neben dem Radio das bevorzugte Informationsmedium. Sehbehinderte k&ouml;nnen sich Internettexte mit speziellen Browsern vorlesen lassen. Personen mit Spastiken oder anderen motorischen St&ouml;rungen sind ebenfalls oft online. Ihr Problem: Wie Blinde k&ouml;nnen sie nicht mit der Maus navigieren. Statt dessen springen sie mit der Tabulatortaste von Text zu Text und von Seite zu Seite. Vorausgesetzt, die Internetseite l&auml;sst das auch zu.  &quot;Die barrierefreie Internetseite gibt es nicht&quot;, sagt Dr. Nickl. &quot;Zu unterschiedlich sind die m&ouml;glichen Beeintr&auml;chtigungen. Es gibt allenfalls barrierearme Seiten.&quot; Gut 60 Kriterien sind zu erf&uuml;llen, bis eine Internetseite wirklich barrierearm ist. Die Barrieren, die Internetnutzer am h&auml;ufigsten aussperren, lassen sich jedoch mit einfachen Mitteln einrei&szlig;en:<\/p>\n<ul>\n<li>Browser f&uuml;r sehbehinderte Nutzer beschr&auml;nken sich auf Textausgabe. Die Internetseite muss also f&uuml;r einen Textbrowser sichtbar und logisch strukturiert sein. Scripten und Applets sind f&uuml;r Textbrowser nicht darstellbar.<\/li>\n<li>Blinde und sehbehinderte Nutzer erfassen Bilder nur &uuml;ber Textbeschreibungen (&quot;Alt&quot;-Texte). Barrierefreie Seiten bieten zu jedem Bild einen aussagekr&auml;ftigen &quot;Alt&quot;-Text.<\/li>\n<li>Sehbehinderte Nutzer stellen ihr System oder ihren Browser oft auf gr&ouml;&szlig;ere Schriftarten um. Die Internetseite muss dies gew&auml;hrleisten, wobei Texte bei gr&ouml;&szlig;eren Schriftarten nicht ineinander flie&szlig;en d&uuml;rfen.<\/li>\n<li>Farbenblinde Nutzer sind auf eine kontrastreiche Graustufendarstellung angewiesen.<\/li>\n<li>Sehbehinderte Menschen und Menschen mit motorischen Beeintr&auml;chtigungen m&uuml;ssen die M&ouml;glichkeit haben, sich auf der Internetseite mittels Tastaturbefehlen zu orientieren.<\/li>\n<li>Geistig behinderte Menschen tun sich mit einfach strukturierten und kurzen S&auml;tzen wesentlich leichter.<\/li>\n<li>F&uuml;r Geh&ouml;rlose ist in der Regel die Geb&auml;rdensprache Muttersprache. Deutsch, auch in der Schriftform, wird damit automatisch zur Fremdsprache. Internetseiten, die sich an Geh&ouml;rlose wenden, sollten Videos in Geb&auml;rdensprache anbieten.<\/li>\n<li>Flackernde Animationen wirken st&ouml;rend und k&ouml;nnen bei Epileptikern sogar Anf&auml;lle ausl&ouml;sen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weil es schwierig ist, all diese Anforderungen auf einer Seite zu erf&uuml;llen, stellen sich viele Informationsanbieter die Frage, ob sie nicht besser zweigleisig fahren sollen &#8211; einen barrierefreien Internetauftritt f&uuml;r Sehbehinderte vielleicht und daneben einen, der Barrieren ignoriert. Markus Nickl warnt vor solchen Konstruktionen: &quot;Sonderl&ouml;sungen erreichen genau das Gegenteil des Gewollten und diskriminieren behinderte Menschen noch mehr. Einzig tolerable Ausnahme sind Seiten in Geb&auml;rdensprache f&uuml;r Geh&ouml;rlose oder Texte in einfacher Sprache f&uuml;r geistig Behinderte.&quot; Von Barrierefreiheit profitieren nach den Erfahrungen Nickls nicht nur Behinderte, sondern alle Menschen, die sich im Internet unter erschwerten Bedingungen informieren m&uuml;ssen. Ein Button, mit dem sich der Text auf verschiedene Schriftgr&ouml;&szlig;en setzen l&auml;sst, nutzt nicht nur Sehbehinderten, sondern auch Senioren. Einfache S&auml;tze und der Verzicht auf Fremdw&ouml;rter helfen geistig behinderten Menschen ebenso wie Personen mit eingeschr&auml;nkten Deutschkenntnissen &#8211; und selbst gestresste Manager finden sich auf Seiten, die mit wenigen Worten viel sagen, besser zurecht. &quot;Wenn ich etwas im Internet suche, will ich nicht meinen Intellekt strapazieren, sondern zu einem Ergebnis kommen&quot;, sagt Nickl. Barrierefreiheit ist damit nur eine weitere Stufe der Bestrebungen, die Nutzbarkeit von Internetangeboten zu vergr&ouml;&szlig;ern &#8211; und damit ein Muss f&uuml;r alle Internetseiten, die sich an eine breite &Ouml;ffentlichkeit wenden (<a href=\"http:\/\/www.pressebox.com\/pressemeldungen\/doctima-gmbh\/boxid-85785.html\" target=\"_blank\" title=\"Pressemeldung von der doctima GmbH bei der Pressebox ver&ouml;ffentlicht\">pressebox<\/a>, Erlangen, 05.12.2006).<\/p>\n\n\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\" itemprop=\"text\">\n<p>\u00dcber die Barrierefreiheit des Internets wird mehr geredet als getan Zu der Erkenntnis kommt Dr. Markus Nickl, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Erlanger doctima GmbH: &quot;Es gibt Tausende von Internetseiten zum Thema Barrierefreiheit. 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