﻿{"id":71,"date":"2006-06-20T20:21:31","date_gmt":"2006-06-20T19:21:31","guid":{"rendered":"http:\/\/wallaby.at\/news\/onlinerecht\/rechtssichere-presseaussendung-was-ist-erlaubt-71.html"},"modified":"2013-01-25T15:01:04","modified_gmt":"2013-01-25T14:01:04","slug":"rechtssichere-pressaussendung-was-ist-erlaubt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wallaby.de\/news\/onlinerecht\/rechtssichere-pressaussendung-was-ist-erlaubt-p71.html","title":{"rendered":"Rechtssichere Presseaussendung &#8211; was ist erlaubt?"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\" itemprop=\"text\">\n<h3>Unzul\u00e4ssig ist das Einholen von Einverst\u00e4ndnis via eMail, Fax oder Telefon<\/h3>\n<p>Das Thema &#8222;Rechtssichere Presseaussendungen&#8220; sorgt f\u00fcr Diskussionsstoff unter PR-Agenturen und Pressestellen in \u00d6sterreich. So hat beispielsweise die Austria Presse Agentur (APA) den Mitgliedern des Public Relations Verbandes Austria (<a title=\"Zum \u00f6sterreichischen Public Relations Verband PRVA\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.prva.at\/\">PRVA<\/a>) &#8222;rechtssichere Presseaussendungen&#8220; angeboten. Die jeweilige Agentur k\u00f6nne einen individuellen Verteiler benennen, an den eine Presseaussendung zus\u00e4tzlich verbreitet werden soll. Die fehlenden Einverst\u00e4ndniserkl\u00e4rungen f\u00fcr die Agentur w\u00fcrden dann von der APA eingeholt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>&#8211; Anzeige &#8211;<\/strong><\/p>\n<div align=\"center\"><!-- BEGIN PARTNER PROGRAM -->  <!--    if (!document.phpAds_used) document.phpAds_used = ',';    phpAds_random = new String (Math.random()); phpAds_random = phpAds_random.substring(2,11);        document.write (\"<\" + \"script language='JavaScript' type='text\/javascript' xsrc='\");    document.write (\"http:\/\/adserver.onlineshop-handbuch.de\/adjs.php?n=\" + phpAds_random);    document.write (\"&what=zone:6&source=www.Onlineshop-Handbuch.DE&target=_blank&withText=1\");    document.write (\"&exclude=\" + document.phpAds_used);    if (document.referrer)       document.write (\"&referer=\" + escape(document.referrer));    document.write (\"'>< \" + \"\/script>\"); \/\/--> <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/adserver.onlineshop-handbuch.de\/adclick.php?n=a24460ca\"><img decoding=\"async\" border=\"0\" src=\"http:\/\/adserver.onlineshop-handbuch.de\/adview.php?what=zone:6&#038;source=http%3A%2F%2Fwww.Onlineshop-Handbuch.DE&#038;n=a24460ca\" \/><\/a> <!-- END PARTNER PROGRAM --><\/div>\n<p>Seit dem Telekommunikationsgesetz 2003 (BGBl. I Nr. 70\/2003), dass am 20.8.2003 in Kraft getreten ist, kann der Versand von E-Mails ohne vorherige ausdr\u00fcckliche Zustimmung des Empf\u00e4ngers eine Verwaltungsstrafe einbringen. Die wesentliche \u00c4nderung der Novelle 2005 (BGBl. I Nr. 133\/2005), die am 1. 3. 2006 in Kraft getreten ist, bestand insbesondere darin, dass nunmehr neben Privatpersonen auch Unternehmen (diese waren nach der Stammfassung des TKG 2003 ausgenommen) vor unerbetenen E-Mails und SMS gesch\u00fctzt sind. Demnach sind Telefonanrufe, das Senden von Fax-Nachrichten, E-Mails und SMS zu Werbezwecken ohne vorherige Einwilligung des Empf\u00e4ngers &#8211; unabh\u00e4ngig davon, ob dieser Konsument oder Unternehmer ist &#8211; unzul\u00e4ssig.<\/p>\n<p>Inzwischen gibt es zu dieser Materie auch Gerichtsurteile. Demnach stellt selbst die Einholung von Einverst\u00e4ndniserkl\u00e4rungen \u00fcber E-Mail, Telefon oder Fax einen rechtswidrigen Vorgang dar. In Deutschland, wo die gesetzlichen Bestimmungen in diesem Bereich zu jenen in \u00d6sterreich fast ident sind, haben sich die Rahmenbedingungen jedenfalls versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Nach Ansicht des Deutschen Bundesgerichtshofs (BGH I ZR 133\/89) verst\u00f6\u00dft es gegen die guten Sitten des Wettbewerbs, &#8222;unaufgefordert Inhaber von Fernsprechanschl\u00fcssen, zu denen bisher keine Beziehungen bestanden haben, anzurufen, um Gesch\u00e4ftsabschl\u00fcsse anzubahnen, vorzubereiten oder sonstige Leistungen anzubieten&#8220;. Diese Regelung gilt auch gegen\u00fcber Gewerbetreibenden bzw. Freiberuflern.<\/p>\n<p>Noch h\u00e4lt sich in unseren Breiten hartn\u00e4ckig das Ger\u00fccht, dass man Firmen zu Werbezwecken ohne weiteres anrufen, anfaxen oder anmailen darf. Dabei macht es keinen Unterschied, ob der Angerufene gleich mit Werbung konfrontiert oder zun\u00e4chst nur um das Einverst\u00e4ndnis zu Werbekontakten gebeten wird. &#8222;Es ist mit den aktuellen Regelungen schlichtweg verboten&#8220;, erkl\u00e4rt ein sachkundiger Medienanwalt in Berlin gegen\u00fcber pressetext.<\/p>\n<p>Durch das Erkenntnis des BGH kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: Den Mitbewerbern stehen gegen diejenigen, die rechtswidrige Werbung per E-Mail, Telefon oder Fax treiben, Unterlassungs- und Schadenersatzanspr\u00fcche zu. Die Streitwerte k\u00f6nnen dabei schnell in eine H\u00f6he von 100.000 Euro und mehr &#8211; abh\u00e4ngig von Intensit\u00e4t und Umfang &#8211; steigen, so der Anwalt in Berlin.<\/p>\n<p>Rechtsanwalt Gunter Estermann von der Wiener <a title=\"Zur \u00f6sterreichischen Kanzlei Heid Schiefer\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.heid-schiefer.at\/\">Kanzlei Heid Schiefer<\/a> Rechtsanw\u00e4lte weist darauf hin, dass auch nach \u00f6sterreichischer Rechtsprechung (OGH 18.5.1999, 4Ob113\/99t) die Einholung der Einwilligung des Empf\u00e4ngers auf telefonischem Weg besser unterlassen werden sollte. Das gleiche m\u00fcsse &#8211; so der Jurist &#8211; auch f\u00fcr die Einholung der Einwilligung per E-Mail oder per Telefax gelten. Neben teuren Unterlassungsklagen k\u00f6nnen unerbetene Anrufe, Faxe und E-Mails zu Verwaltungsstrafen bis zu 37.000 Euro f\u00fchren, sagt Estermann.<\/p>\n<p>Nicht alle Services, die auf den ersten Blick als rechtssicher erscheinen, k\u00f6nnen bei genauerer Betrachtung also v\u00f6llige Rechtssicherheit bieten. Die einzige echte Ausnahme betrifft den Postversand &#8211; er ist weiterhin f\u00fcr Werbe- und PR-Zwecke erlaubt.<\/p>\n<p>Im Internet ist der Versand von Presseaussendungen aussschlie\u00dflich dort &#8222;rechtssicher&#8220;, wo der entsprechende Dienstleister \u00fcber ein Double-Opt-In-Verfahren die Zustimmung seiner Empf\u00e4nger vorher erhalten hat. Die Nachrichtenagentur pressetext hat auf die ver\u00e4nderten Rahmenbedingungen l\u00e4ngst reagiert und beispielsweise die Anmeldeprozedur im Internet f\u00fcr die Bestellung eines <a title=\"Zum Newsletter-Abonnement von pressetext.deutschland\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.pressetext.de\/abo\/\">Newsletter-Abonnements<\/a> auf das Double-Opt-In-System umgestellt. Bei diesem Verfahren erfolgt die Zustellung erst nach Best\u00e4tigung der Bestellung durch den Empf\u00e4nger. &#8222;Dies ist aus heutiger Sicht Grundvoraussetzung f\u00fcr rechtssichere Presseaussendungen via E-Mail&#8220;, so pressetext-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Franz Temmel (<a title=\"Zur Nachrichtenmeldung von pressetext.deutschland\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.pressetext.de\/pte.mc?pte=060620009\">pressetext.deutschland<\/a>, Wien\/Berlin, 20.06.2006).<\/p>\n\n\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\" itemprop=\"text\">\n<p>Das Thema &#8222;Rechtssichere Presseaussendungen&#8220; sorgt f\u00fcr Diskussionsstoff unter PR-Agenturen und Pressestellen in \u00d6sterreich. So hat beispielsweise die Austria Presse Agentur (APA) den Mitgliedern des Public Relations Verbandes Austria (PRVA) &#8222;rechtssichere Presseaussendungen&#8220; angeboten. 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