﻿{"id":69,"date":"2006-06-22T20:18:17","date_gmt":"2006-06-22T19:18:17","guid":{"rendered":"http:\/\/wallaby.at\/news\/onlinerecht\/onlineshops-haben-hohe-fehlerquoten-beim-verbraucherschutz-69.html"},"modified":"2013-01-25T15:02:22","modified_gmt":"2013-01-25T14:02:22","slug":"onlineshops-haben-hohe-fehlerquoten-beim-verbraucherschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wallaby.de\/news\/onlinerecht\/onlineshops-haben-hohe-fehlerquoten-beim-verbraucherschutz-p69.html","title":{"rendered":"Onlineshops haben hohe Fehlerquoten beim Verbraucherschutz"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\" itemprop=\"text\">\n<h3>Unvollst\u00e4ndige Preisauszeichnungen, fehlende Informationen, unzul\u00e4ssige Vertragsklauseln<\/h3>\n<p>Die deutschen Onlineshops missachten &#8211; meist aus Unwissenheit &#8211; die gesetzlich vorgeschriebenen Verbraucherrechte. Das hat eine aktuelle Studie des G\u00fctesiegel-Anbieters Trusted Shops jetzt ergeben. Kein einziger \u00fcberpr\u00fcfter Shop erf\u00fcllte auf Anhieb alle notwendigen Kriterien.<!--more--><\/p>\n<p>Im Zeitraum von Januar bis Mai 2006 hat Trusted Shops 294 Onlineh\u00e4ndler untersucht, die sich f\u00fcr das G\u00fctesiegel beworben haben. Um die Hauptfehler zu identifizieren, wurden die \u00fcber 100 Einzelkriterien, die Trusted Shops bei einer Zertifizierung anlegt, in 15 Kategorien klassifiziert. Das Ergebnis: Die meisten Shops machen nicht nur einen Fehler, sondern versto\u00dfen gleich gegen eine ganze Reihe von Bestimmungen.<\/p>\n<p>Dies liege aber in den wenigsten F\u00e4llen an einem bewusst fahrl\u00e4ssigen Umgang mit dem Verbraucherschutz, sondern zahlreiche Vorschriften seien f\u00fcr juristische Laien v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich formuliert, sagt Jean-Marc No\u00e9l, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Trusted Shops. So werde z.B. die gesetzlich vorgeschriebene Information \u00fcber die Speicherung des Vertragstextes seit ihrer Einf\u00fchrung im Jahr 2001 konstant zu 85 Prozent nicht oder falsch umgesetzt. &#8222;Die Gesetze sind hier schlichtweg zu kompliziert&#8220;, so No\u00e9l. Auch sei es bei einigen Shopsystemen technisch nicht m\u00f6glich, die Lieferzeiten oder Hinweise auf Versandkosten direkt beim Produkt zu platzieren.<\/p>\n<h3>Viele M\u00e4ngel bei Lieferzeiten und Widerrufsrecht<\/h3>\n<p>H\u00e4ufigster Fehler waren unzureichende Hinweise zu Lieferzeiten. Laut einem BGH-Urteil aus dem April 2005 muss der Verbraucher an jedem einzelnen Produkt eines Internet-Versandh\u00e4ndlers erkennen k\u00f6nnen, ob die Lieferung umgehend erfolgt oder mehrere Tage beansprucht (AZ: I ZR 314\/02). 92 Prozent der Shops verstie\u00dfen gegen diese Auflage. Fast ebenso h\u00e4ufig (91 Prozent) waren unvollst\u00e4ndige oder mangelhafte Informationen nach Vertragsabschluss. So fehlen beispielsweise in den E-Mails oder Lieferscheinen, die der Verbraucher nach Bestelleingang erh\u00e4lt, h\u00e4ufig die vorgeschriebenen Hinweise zum Widerrufsrecht.<\/p>\n<h3>Fehlerhafte Widerrufsregelungen und Preisangaben k\u00f6nnen teuer werden<\/h3>\n<p>Insgesamt scheint das Widerrufsrecht besonders viele T\u00fccken zu enthalten: 74 Prozent verwendeten unzul\u00e4ssige Passagen, die das Recht einschr\u00e4nken oder anderweitig eigenm\u00e4chtig auslegen. Gerade diese h\u00e4ufigen Fehler haben in der Vergangenheit zahlreiche Shops genutzt, um unliebsame Konkurrenten abzumahnen. Bereits drei Abmahnwellen trafen hunderte von Shop-Betreibern, die nicht in unmittelbarer N\u00e4he von Preisangaben darauf hinwiesen, dass die Mehrwertsteuer enthalten ist und ob Versandkosten anfallen. In 60 Prozent der F\u00e4lle fehlt ein Hinweis auf diese wichtigen Verbraucherrechte im Bestellverlauf, sondern ist nur versteckt im Kleingedruckten enthalten. Der Verbraucher bleibt so \u00fcber seine Rechte im Unklaren<\/p>\n<h3>Unverst\u00e4ndliche Gesetze \u00fcberfordern Betreiber<\/h3>\n<p>Bei allen Verst\u00f6\u00dfen verfolgen die allermeisten Onlineh\u00e4ndler keineswegs das Ziel, sich einen unzul\u00e4ssigen Wettbewerbsvorsprung zu verschaffen, sondern zahlreiche Vorschriften seien f\u00fcr juristische Laien v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich formuliert, sagt Jean-Marc No\u00e9l, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Trusted Shops. So werde z.B. die gesetzlich vorgeschriebene Information \u00fcber die Speicherung des Vertragstextes seit ihrer Einf\u00fchrung im Jahr 2001 konstant zu 85 Prozent nicht oder falsch umgesetzt. &#8222;Die Gesetze sind hier schlichtweg zu kompliziert&#8220;, so No\u00e9l.<\/p>\n<h3>Schwachstellen bei Datenschutz-Informationen und AGB-Klauseln<\/h3>\n<p>Auch der Informationsfluss beim Thema Datenschutz ist alles andere als optimal: Mehr als drei Viertel der \u00fcberpr\u00fcften Onlineshops machen hier Fehler. Weit oben auf der M\u00e4ngelliste von Trusted Shops stehen au\u00dferdem ungen\u00fcgende Informationen zu Versandkosten oder Z\u00f6llen beim Auslandsversand (79 Prozent), widerspr\u00fcchliche Angaben zum Vertragsabschluss (80 Prozent) und unzul\u00e4ssige Klauseln in den allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen.<\/p>\n<h3>17 Prozent scheitern auch beim zweiten Anlauf<\/h3>\n<p>Alle \u00fcberpr\u00fcften Shops haben die Gelegenheit, die M\u00e4ngel zu beheben, damit sie das G\u00fctesiegel Trusted Shops erhalten k\u00f6nnen. Jedoch scheitern 17 Prozent der H\u00e4ndler trotz umfangreicher Hilfestellungen an den strengen Auflagen. Die anderen haben ihre Verbraucherfreundlichkeit nachgewiesen und d\u00fcrfen online mit dem Siegel werben (<a target=\"_blank\" title=\"Zur Pressemeldung bei Trusted Shops\" href=\"http:\/\/www.trustedshops.de\/de\/trustedshops\/news_de_8168.html\">Trusted Shops<\/a>, K\u00f6ln, 22.06.2006).<\/p>\n\n\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\" itemprop=\"text\">\n<p>Die deutschen Onlineshops missachten &#8211; meist aus Unwissenheit &#8211; die gesetzlich vorgeschriebenen Verbraucherrechte. Das hat eine aktuelle Studie des G\u00fctesiegel-Anbieters Trusted Shops jetzt ergeben. Kein einziger \u00fcberpr\u00fcfter Shop erf\u00fcllte auf Anhieb alle notwendigen Kriterien &#8230;<\/p>\n\n<\/div>\n","protected":false},"author":41,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wallaby.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69"}],"collection":[{"href":"https:\/\/wallaby.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wallaby.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wallaby.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/41"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wallaby.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wallaby.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4352,"href":"https:\/\/wallaby.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69\/revisions\/4352"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wallaby.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wallaby.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wallaby.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}