﻿{"id":410,"date":"2007-09-08T10:28:27","date_gmt":"2007-09-08T09:28:27","guid":{"rendered":"http:\/\/wallaby.at\/news\/sicherheit\/zahl-der-phishing-opfer-steigt-410.html"},"modified":"2007-09-08T10:28:27","modified_gmt":"2007-09-08T09:28:27","slug":"zahl-der-phishing-opfer-steigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wallaby.de\/news\/sicherheit\/zahl-der-phishing-opfer-steigt-p410.html","title":{"rendered":"Zahl der Phishing-Opfer steigt"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\" itemprop=\"text\">\n<h2>BITKOM-Hochrechnung: Betr\u00fcger heben 13 Millionen Euro ab<\/h2>\n<p>Internet-Branche fordert Gesetz gegen Kontodaten-Klau \/ Tipps f\u00fcr sicheres Online-Banking<\/p>\n<p>Vorsorge gegen Betrug beim Online-Banking ist wichtiger denn je: Die Zahl der Internet-Nutzer, deren Konten mit geklauten Passw\u00f6rtern gepl\u00fcndert werden, stieg im vergangenen Jahr um 23 Prozent. Das zeigt eine Erhebung des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) bei den Landeskriminal\u00e4mtern. Die h\u00f6chste Steigerung gab es 2006 in Sachsen: 169 Prozent. Bundesweit hoben Betr\u00fcger in mehr als 3.250 F\u00e4llen rund 13 Millionen Euro von den Konten ihrer Opfer ab, so eine BITKOM-Hochrechnung. F\u00fcr das erste Halbjahr 2007 liegen ebenfalls Daten vieler Bundesl\u00e4nder vor &#8211; sie geben keinen Anlass zur Entwarnung: &#8222;Die Zahl der Phishing-Opfer wird auch dieses Jahr um rund ein Viertel steigen&#8220;, sagt BITKOM-Vizepr\u00e4sident Heinz Paul Bonn auf Basis der offiziellen Daten. Die meisten Opfer melden Bayern, Baden-W\u00fcrttemberg und Berlin.<!--more--><\/p>\n<p>Der durchschnittliche Schaden liegt bei 4.000 Euro. Auch hier zeichnet sich eine Steigerung ab. Im ersten Halbjahr 2007 kletterte der Wert auf 4.700 Euro pro Fall. Zwar gelingt es in einigen F\u00e4llen, betr\u00fcgerische \u00dcberweisungen zu stoppen. Doch die rechtlichen Mittel reichen nicht: &#8222;Wir brauchen dringend ein belastbares Gesetz gegen Phishing&#8220;, sagt Bonn. Bisher ist der Kontodaten-Klau nicht eindeutig verboten &#8211; die Polizei kann oft nur aktiv werden, wenn ein Schaden vorliegt. &#8222;Schon der Versuch muss hart bestraft werden&#8220;, fordert der BITKOM-Sprecher. Die Zahl der Betrugsversuche nimmt international zu: Die Anti-Phishing-Arbeitsgruppe APWG registrierte in ihrer j\u00fcngsten Statistik monatlich \u00fcber 23.000 Attacken. Die Betr\u00fcger unterhielten weltweit mehr als 37.000 gef\u00e4lschte Bank-Webseiten; die meisten davon stammen aus den USA.<\/p>\n<p>Ein Grund f\u00fcr die steigende Zahl der Phishing-Opfer sind raffiniertere Betrugsmethoden. Experten zufolge entstehen nur noch rund zehn Prozent der Sch\u00e4den durch E-Mail-Links zu gef\u00e4lschten Bank-Seiten, auf denen die Opfer eigenh\u00e4ndig ihre Kontodaten eingeben. In den meisten F\u00e4llen schicken Kriminelle per Mail ein so genanntes Trojanisches Pferd &#8211; ein Schadprogramm, das die Daten heimlich aussp\u00e4ht und weitergibt. Andere Schadprogramme leiten die Nutzer beim Online-Banking im Hintergrund auf gef\u00e4lschte Seiten weiter. &#8222;Deshalb ist es wichtig, die jeweils neuesten Schutzmethoden zu nutzen&#8220;, sagt BITKOM-Vizepr\u00e4sident Bonn. Nicht nur die Betr\u00fcger, auch die Banken haben aufger\u00fcstet: Transaktionsnummern (TANs) sind oft nicht mehr beliebig einsetzbar, sondern an weitere Sicherheits-H\u00fcrden gekoppelt. Manche Kreditinstitute erh\u00f6hen die Sicherheit mit Kartenleseger\u00e4ten.<\/p>\n<p>Zwar erstatten viele Banken einen Phishing-Schaden, wenn der Nutzer nicht grob fahrl\u00e4ssig gehandelt hat. Einen Rechtsanspruch haben die Kunden in der Regel aber nicht. Vorbeugung ist daher unverzichtbar. &#8222;Mit ein paar Grundregeln l\u00e4sst sich das Risiko leicht minimieren&#8220;, so Bonn. &#8222;Dann ist Online-Banking eine sehr sichere Dienstleistung, die zu Recht hohe Akzeptanz genie\u00dft.&#8220; Insgesamt nutzen rund 20 Millionen Deutsche die Internet-Kontodienste ihrer Bank.<\/p>\n<p>Der BITKOM nennt die wichtigsten Anti-Phishing-Tipps:<\/p>\n<h4>1. Gesundes Misstrauen bei E-Mails<\/h4>\n<p>Banken bitten ihre Kunden nie per E-Mail, vertrauliche Daten im Netz einzugeben. Diese Mails sind immer gef\u00e4lscht: Am besten sofort l\u00f6schen. Das gleiche gilt f\u00fcr E-Mails von Unbekannten, die unaufgefordert im eigenen Postfach landen &#8211; insbesondere, wenn eine Datei angeh\u00e4ngt ist. Dahinter k\u00f6nnte sich ein sch\u00e4dliches Programm verbergen, zum Beispiel ein Phishing-Trojaner. Verd\u00e4chtige Dateien auf keinen Fall \u00f6ffnen! Auch dann nicht, wenn im Text der E-Mail mit einer Kontosperre gedroht wird. Solche Einsch\u00fcchterungsversuche sind eine beliebte Methode von Betr\u00fcgern, um Bankkunden unter Druck zu setzen. PC-Nutzer sollten die Drohungen ignorieren und Phishing-Mails keinesfalls beantworten. Wer sich unsicher ist, sollte bei seiner Bank nachfragen.<\/p>\n<h4>2. Den Computer vor Sch\u00e4dlingen sch\u00fctzen<\/h4>\n<p>Eine gute Sicherheitsausstattung ist f\u00fcr Internet-Bankkunden besonders wichtig. Ein modernes Anti-Viren-Programm und eine so genannte Firewall, die den Rechner vor sch\u00e4dlichen Dateien aus dem Netz sch\u00fctzen, m\u00fcssen vor der ersten Online-Sitzung installiert werden. Diese Programme und die Sicherheitseinstellungen des Betriebssystems m\u00fcssen regelm\u00e4\u00dfig aktualisiert werden. Am besten wird der Rechner so eingestellt, dass er alle Updates automatisch installiert.<\/p>\n<h4>3. Vorsicht beim Aufruf der Bank-Webseite<\/h4>\n<p>Beim Online-Banking sollte man die Adresse der Bank immer direkt im Web-Programm eingeben oder \u00fcber selbst gespeicherte Lesezeichen (Favoriten) aufrufen. Ma\u00dfgeblich ist die Adresse, die die Bank in ihren offiziellen Unterlagen angibt. Die Online-Verbindung zum Bankcomputer muss verschl\u00fcsselt sein. Das ist erkennbar an den Buchstaben &#8222;https&#8220; in der Web-Adresse. Neben der Adresszeile oder in der Statusleiste des Browsers muss ein Schloss- oder Schl\u00fcssel-Symbol zu sehen sein.<\/p>\n<h4>4. Moderne Transaktions-Verfahren nutzen<\/h4>\n<p>F\u00fcr \u00dcberweisungen und andere Kundenauftr\u00e4ge sind Transaktionsnummern (TANs) n\u00f6tig. In den Anf\u00e4ngen des Online-Bankings konnten die Nutzer einen solchen Code aus einer Liste frei w\u00e4hlen. Sicherer ist das moderne iTAN-Verfahren, bei dem die Codes nummeriert sind. Ein Zufallsgenerator der Bank bestimmt, welche TAN aus der Liste eingegeben werden muss. Noch weniger Chancen haben Kriminelle beim mTAN-Verfahren: Die Transaktionsnummer wird dem Kunden aufs Handy geschickt und ist nur wenige Minuten g\u00fcltig. PC-Nutzer sollten ihre Bank fragen und m\u00f6glichst auf diese Verfahren umstellen. Eine gute Alternative sind Kartenleser f\u00fcr EC-Karten oder digitale Signaturkarten.<\/p>\n<h4>5. Falls es zu sp\u00e4t ist &#8211; Schadensbegrenzung<\/h4>\n<p>Nicht immer ist das Geld sofort verloren, wenn Kriminelle eine Sicherheitsl\u00fccke ausgenutzt haben. Phishing-Opfer sollten zuerst die Bank alarmieren: Wenn eine betr\u00fcgerische \u00dcberweisung nicht lange zur\u00fcckliegt, kann sie in etlichen F\u00e4llen noch gestoppt oder sogar r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Entsteht doch ein finanzieller Schaden, unbedingt Anzeige bei der Polizei erstatten. Das ist die Voraussetzung, um Geld von der Bank zur\u00fcckzubekommen. Falls der Betroffene nicht grob fahrl\u00e4ssig gehandelt hat, zeigen sich viele Banken kulant.<\/p>\n<p>Zur Methodik der BITKOM-Erhebung: Erfragt wurden die Zahlen der Phishing-F\u00e4lle, in denen illegale Banktransfers stattgefunden haben, sowie die dabei geflossenen Summen. Quelle sind alle teilnehmenden Landeskriminal\u00e4mter, da es keine bundesweite Statistik gibt. Es stehen detaillierte Daten zu insgesamt neun Bundesl\u00e4ndern zur Verf\u00fcgung sowie eine Hochrechnung f\u00fcr Deutschland (<a href=\"http:\/\/www.pressebox.de\/pressemeldungen\/bitkom-ev\/boxid-123078.html\" title=\"pressebox von Bitkom informiert \u00fcber steigende Anzahl von Phishing-Opfern\" target=\"_blank\">pressebox<\/a>, Berlin, 29.08.2007).<\/p>\n\n\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\" itemprop=\"text\">\n<p>BITKOM-Hochrechnung: Betr\u00fcger heben 13 Millionen Euro ab Internet-Branche fordert Gesetz gegen Kontodaten-Klau \/ Tipps f\u00fcr sicheres Online-Banking Vorsorge gegen Betrug beim Online-Banking ist wichtiger denn je: Die Zahl der Internet-Nutzer, deren Konten mit geklauten Passw\u00f6rtern gepl\u00fcndert werden, stieg im vergangenen Jahr um 23 Prozent. 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