﻿{"id":252,"date":"2007-03-12T08:49:33","date_gmt":"2007-03-12T07:49:33","guid":{"rendered":"http:\/\/wallaby.at\/news\/marketing\/online-und-print-funktionieren-komplement\u00e4r-252.html"},"modified":"2007-03-12T08:49:33","modified_gmt":"2007-03-12T07:49:33","slug":"online-und-print-funktionieren-komplement%c3%a4r","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wallaby.de\/news\/marketing\/online-und-print-funktionieren-komplement%c3%a4r-p252.html","title":{"rendered":"Online und Print funktionieren komplement\u00e4r"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\" itemprop=\"text\">\n<h2>Michael Fleischhacker und Peter Krotky im Exklusiv-Interview<\/h2>\n<p>Das Internet und andere innovative Medien stellen klassische Zeitungsmacher vor immer neue Herausforderungen. Eine Tageszeitung ohne Online-Auftritt ist heute nur noch schwer vorstellbar und viele traditionelle Medienunternehmen betreiben inzwischen eigene Internetredaktionen. Anl\u00e4sslich des Relaunches des Online-Angebots der Tageszeitung Die Presse sprach pressetext mit Chefredakteur Michael Fleischhacker und Online-Chef Peter Krotky \u00fcber die Koexistenz der beiden Medienformen sowie Ver\u00e4nderung bei Arbeitsablauf und Berichterstattung.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>pressetext<\/strong>: Welche Rolle spielt heute der Online-Auftritt f\u00fcr eine Tageszeitung?<br \/>\nFleischhacker: Der Internet-Auftritt ist f\u00fcr ein Printmedium sehr wichtig geworden. Online geh\u00f6rt mittlerweile zur Gesamtmarke f\u00fcr eine Tageszeitung dazu. Vor allem die j\u00fcngere Generation kann damit angesprochen werden. Die beiden Medien Print und Internet laufen komplement\u00e4r und erg\u00e4nzen einander &#8211; das haben uns auch die vergangenen Jahre gezeigt.<\/p>\n<p><strong>pressetext<\/strong>: Was erhoffen Sie sich nun konkret vom Relaunch der Onlineausgabe der Presse?<br \/>\nKrotky: Nat\u00fcrlich erhoffen wir uns eine Steigerung der Nutzerzahlen. Und wir sind bereits erfolgreich unterwegs. Wir haben im vergangenen Jahr schon einen Zuwachs von 34 Prozent bei den Unique Clients verzeichnet. Also vor allem dieser Punkt, die Steigerung der Unique Clients ist mir wichtig und daf\u00fcr arbeiten wir. Mittlerweile kann man sich bei presse.com auch als registrierter User anmelden, was es vorher nicht gab. Der Relaunch war jetzt an der Zeit &#8211; wir waren auch in Hinblick auf die Technologie etwas veraltert. Allein in diesem Punkt gab es nun eine klare Verbesserung. Und nachdem die Printausgabe der Presse neu gestaltet wurde, haben wir jetzt auch den Onlinebereich erneuert.<\/p>\n<p><strong>pressetext<\/strong>: Sehen Sie nicht die Gefahr, dass der Online-Auftritt Leser aus dem Printbereich abziehen k\u00f6nnte?<br \/>\nFleischhacker: Nein. So eine Entwicklung beobachten wir nicht und das zeigen auch andere Beispiele. Wie gesagt funktionieren die beiden Produkte komplement\u00e4r. Die Leser w\u00fcnschen sich heute auch einfach eine starke Gesamtmarke, die verschiedene Bereiche umfasst und dazu geh\u00f6rt auch der Online-Auftritt. Grunds\u00e4tzlich denke ich, dass die Gefahr bei elektronischen Medien viel h\u00f6her ist, weil Fernsehen an sich ebenfalls ein schnelles Medium ist. Beispielsweise beim ORF und orf.on sehe ich eine gr\u00f6\u00dfere Herausforderung in dem Punkt.<\/p>\n<p><strong>pressetext<\/strong>: Welchen neuen Herausforderungen muss sich ein Printmedium in Zeiten des Internets nun stellen?<br \/>\nFleischhacker: Wir haben uns bei der Presse schon in den vergangenen Jahren darauf ein- und umgestellt. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir anders arbeiten als fr\u00fcher. Ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist die neue Aufmachung der Titelseite der Presse. Hier haben wir uns bewusst daf\u00fcr entschieden, im Gegensatz zu den anderen Tageszeitungen, nur noch eine Story auf den Titel zu bringen, weil es f\u00fcr viele inzwischen einfach uninteressant geworden ist, Nachrichten zu lesen, die zuvor schon \u00fcbers Internet konsumiert werden konnten. Das Web ist nun einmal schneller. Auch bei der Aufbereitung und Wahl der Themen haben sich Dinge ver\u00e4ndert. Im Print wird es zunehmend mehr Hintergrundinformation geben. Auch um die Qualit\u00e4t der Sprache wird es gehen. Ich glaube sogar, dass sich Tageszeitungen in diesem Punkt fast in Richtung Buch entwickeln. Nat\u00fcrlich nicht literarisch, aber viele Leser werden in Zukunft Qualit\u00e4t und Ausdruck von Sprache in Zeitungen suchen.<\/p>\n<p><strong>pressetext<\/strong>: Welchen Einfluss haben die Web2.0-Entwicklungen auf das Tageszeitungsgesch\u00e4ft? Werden Journalisten von Bloggern ersetzt?<br \/>\nKrotky: Nein, das denke ich nicht. Nat\u00fcrlich herrscht hier gerade ein irrsinniger Boom, aber die Zahlen spiegeln wider, dass es eigentlich nur wenig ernsthafte Blogger gibt. Die meisten starten einen Blog und kommen schnell dahinter, dass sie eigentlich keine Lust haben hier t\u00e4glich bzw. regelm\u00e4\u00dfig etwas zu schreiben. Von den vielen Web-Log-Seiten werden auch nur wenige wirklich intensiv genutzt.<\/p>\n<p>Fleischhacker: Als Printmacher kann ich mir erlauben hier zu sagen, dass zehn Prozent der publizierten Inhalte in Zeitungen Schrott sind und bei den Blogs ist es genau umgekehrt: 90 Prozent sind Schrott. Was ich aber au\u00dferdem glaube ist, dass sich die Polarisierung zwischen extremem Boulevard und gutem Qualit\u00e4tsjournalismus in Zukunft sehr verst\u00e4rken wird. Gerade mittlere oder regionale Medien werden es sehr schwer haben und ich denke, dass sie sogar ganz verschwinden.<\/p>\n<p>Krotky: F\u00fcr Journalisten besteht weiterhin die Aufgabe, Informationen zu selektieren, sie aus dieser Masse herauszufiltern und kritisch an den Leser weiterzugeben.<\/p>\n<p><strong>pressetext<\/strong>: Wie sehen Sie den Online-Auftritt des Standard, der bis dato klar die Nase vorn hat?<br \/>\nKrotky: Ich mache mir nicht in erster Linie Gedanken um den Standard, der auf diesem Gebiet Vorreiter war und auch sehr viel in den Internetauftritt investiert hat. Nat\u00fcrlich hat der Online-Standard eine gr\u00f6\u00dfere Nutzerschaft, aber die kann man auch nicht von einem Tag auf den anderen aufbauen. Zudem ist der Standard traditionell in den jungen, studentischen Schichten lange Zeit st\u00e4rker genutzt worden und konnte so die Community leichter aufbauen. Der Relaunch von presse.com war jetzt auch nur ein erster Schritt einer Reihe von Ma\u00dfnahmen im digitalen Bereich, die in Zukunft noch folgen werden.<\/p>\n<p><strong>pressetext<\/strong>: Wie viel Content wird bei der Presse parallel &#8211; im Print und im Onlinebereich &#8211; genutzt?<br \/>\nFleischhacker: Etwa zwischen zehn und 20 Prozent der Inhalte aus dem Print werden von der Onlineredaktion \u00fcbernommen. Aber dabei gibt es keine Zwangsbegl\u00fcckung, das entscheiden dann die Onlineredakteure, je nachdem, was sie brauchen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Krotky: Umgekehrt gibt es nat\u00fcrlich auch Beispiele. Mittlerweile werden Leserbriefe, die online generiert werden, dann auch im Print abgedruckt. Wir haben auch eine Kolumne, die aus dem Onlinebereich stammt und jetzt auch gedruckt wird. Ich denke aber, crossmediales Arbeiten darf kein Dogma sein, nur weil es gerade &#8222;in&#8220; ist und alle glauben, sie brauchen es. Wichtig ist, dass es konkret Sinn ergibt. Es geht hier auch um Ressourceneffizienz. Was gemacht wird, muss im Medium eine Auswirkung haben und passen. Oft sind solche crossmedialen Modelle einfach nicht \u00fcbertragbar auf die Presse bzw. generell die \u00f6sterreichische Medienlandschaft. Wir glauben im Moment, dass wir mit der Zusammenarbeit der beiden getrennten Redaktionen derzeit das beste Modell haben.<\/p>\n<p><strong>pressetext<\/strong>: Was sind Ihre Ziele f\u00fcr das Jahr 2007?<br \/>\nFleischhacker: Wir haben zwei wirtschaftliche Ziele. Wir haben jetzt das letzte Investitionsjahr von unseren Eigent\u00fcmern zugestanden bekommen, d\u00fcrften demnach noch Geld in die Hand nehmen. Unser Ziel ist es aber, das Geld gar nicht mehr zu brauchen. Wir wollen im Printbereich auf ein ausgeglichenes Ergebnis kommen. Und wir w\u00fcrden gerne am Jahresende 90.000 St\u00fcck der Presse verkaufen.<\/p>\n<p>Krotky: Bei uns im Onlinebereich ist noch ganz klar ein Investitionsjahr vorgesehen und wir werden auch noch einiges in diesem Jahr tun. Der Relaunch war ein erster Schritt. Unser Ziel ist es klare Erfolge am Usermarkt zu erzielen und das Unternehmen so hinzustellen, dass dann 2008 auch die wirtschaftliche Situation sehr gut ist. Und nat\u00fcrlich wollen wir das in entsprechende Erfolge am Anzeigenmarkt umm\u00fcnzen.<\/p>\n<p>pressetext: Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch (<a target=\"_blank\" title=\"pressetext im Gespr\u00e4ch zum Thema Online- und Print-Werbung\" href=\"http:\/\/www.pressetext.de\/pte.mc?pte=070310003\">pressetext.austria<\/a>, Wien, 10.03.2007).<\/p>\n\n\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\" itemprop=\"text\">\n<p>Michael Fleischhacker und Peter Krotky im Exklusiv-Interview Das Internet und andere innovative Medien stellen klassische Zeitungsmacher vor immer neue Herausforderungen. Eine Tageszeitung ohne Online-Auftritt ist heute nur noch schwer vorstellbar und viele traditionelle Medienunternehmen betreiben inzwischen eigene Internetredaktionen. 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