﻿{"id":246,"date":"2007-03-06T00:20:38","date_gmt":"2007-03-05T23:20:38","guid":{"rendered":"http:\/\/wallaby.at\/news\/sicherheit\/\u00fcberweisungsbetrug-wird-oft-viel-zu-leicht-gemacht-246.html"},"modified":"2007-03-06T00:20:38","modified_gmt":"2007-03-05T23:20:38","slug":"%c3%bcberweisungsbetrug-wird-oft-viel-zu-leicht-gemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wallaby.de\/news\/sicherheit\/%c3%bcberweisungsbetrug-wird-oft-viel-zu-leicht-gemacht-p246.html","title":{"rendered":"\u00dcberweisungsbetrug wird oft viel zu leicht gemacht"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\" itemprop=\"text\">\n<p>Im Jahre 2006 schwappten mehrere Betrugswellen mit gef\u00e4lschten \u00dcberweisungen durch Deutschland und \u00d6sterreich, betroffen waren unter anderen die Gro\u00dfr\u00e4ume Frankfurt\/Main, Stuttgart und Wien. In einigen St\u00e4dten etablierte die Kriminalpolizei zentrale Ermittlungsgruppen. In den meisten F\u00e4llen agieren nach Erkenntnis der Polizei gut organisierte Banden: sie fischen beispielsweise in gro\u00dfem Ma\u00dfe \u00dcberweisungstr\u00e4ger aus den Briefk\u00e4sten der Institute, \u00e4ndern darauf befindliche Empf\u00e4ngerdaten oder ahmen Unterschriften auf anderen \u00dcberweisungstr\u00e4gern nach. Den T\u00e4tern kommt dabei entgegen, dass in vielen Instituten die Unterschrift auf einem \u00dcberweisungsbeleg erst bei vergleichsweise hohen Summen \u00fcberpr\u00fcft wird. Ein Grund daf\u00fcr liegt an der hohen Anzahl der \u00dcberweisungen, die bei den Banken eintreffen: allein die Sparkassen-Finanzgruppe erh\u00e4lt im Jahr rund 800 Millionen Papierbelege, eine kaum zu \u00fcberblickende Zahl. So setzen immer mehr Kreditinstitute auf die Hilfe von Software f\u00fcr den automatischen Vergleich von Unterschriften. Bisher hoffte so mancher Verantwortliche im Zahlungsverkehr, dass es seine Bank &#8222;schon nicht treffen werde&#8220;. Ein kaum kalkulierbares Risiko, wie die j\u00fcngsten F\u00e4lle zeigen.<\/p>\n<p><!--more-->Alain Sarraf, Spezialist f\u00fcr die Vorbeugung von Betrug im Zahlungsverkehr beim B\u00f6blinger Softwarehaus Softpro, ist in diesen Tagen ein viel gefragter Mann. Er kommt gerade von einer Konferenz aus den Vereinigten Staaten zur\u00fcck, die einzig dem Zweck diente den dort immer weiter um sich greifenden Betrug mit Schecks einzud\u00e4mmen. Gleichzeitig kommt das Thema \u00dcberweisungsbetrug in der Bundesrepublik Deutschland immer wieder in die Schlagzeilen. Der Spezialist f\u00fcr Unterschriften-Pr\u00fcfung wird immer wieder gebeten zu erkl\u00e4ren, was Kreditinstitute tun k\u00f6nnen, um den Umgang mit \u00dcberweisungen f\u00fcr ihre Kunden endlich sicherer zu machen. &#8222;\u00dcberweisungsbetrug wird noch oft viel zu leicht gemacht&#8220;, so der international renommierte Experte &#8222;dabei gibt es zahlreiche Hilfsmittel f\u00fcr eine effektive Betrugspr\u00e4vention. Vielleicht wissen einfach noch zu wenige, dass sich die Investition in die Automatisierung der Unterschriftenpr\u00fcfung in der Regel rasch bezahlt macht&#8220;.<\/p>\n<h2>Ohne Software k\u00f6nnen l\u00e4ngst nicht alle Belege gepr\u00fcft werden<\/h2>\n<p>In den USA ist der &#8222;Scheckberg&#8220; und seine Folgen noch viel dramatischer: Rund 40 Milliarden Schecks werden j\u00e4hrlich in den Vereinigten Staaten ausgestellt. Durch Scheckbetrug verlieren die Institute dort jedes Jahr Milliarden von Dollar, mit steigender Tendenz. Auch in Gro\u00dfbritannien oder Frankreich wird mit Schecks viel betrogen. Das Risiko ist f\u00fcr Betr\u00fcger noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gering und die Strafen sind in vielen L\u00e4ndern kaum abschreckend.<\/p>\n<p>Im Vergleich mit diesen Zahlen erscheinen die 1,6 Milliarden \u00dcberweisungen und Schecks, die 2003 in Deutschland ausgestellt wurden, gering. Doch f\u00fcr das einzelne Institut ist damit ein enormer Aufwand and Zeit und Kosten verbunden. Die Sparkassen-Finanzgruppe hatte von diesen Belegen 54 Prozent zu bearbeiten. Mit 17 Prozent folgen jeweils TAI\/DZ-Bank und etb\/Postbank. Jeweils 6 Prozent entfallen auf ZVG\/WGZ und auf sonstige Institute. Mangelnde Kapazit\u00e4ten und die hohe Anzahl an Belegen erkl\u00e4ren also, warum \u00dcberweisungsformulare unterhalb bestimmter Betr\u00e4ge oft nicht gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>Erst die volle Automatisierung der Unterschriftenpr\u00fcfung macht dies m\u00f6glich. Generell gilt, dass die Pr\u00fcfung der Unterschrift auf Zahlungsbelegen einen Teil der Sorgfaltspflicht der Bank im Gesch\u00e4ftsverkehr mit ihren Kunden darstellt. In Deutschland sind Kreditinstitute verpflichtet, F\u00e4lschungen so gut es geht auszuschalten, und Ausz\u00fcge zu kontrollieren (OLG Schleswig, Az. 5 U 69\/93 und AG Frankfurt, AZ: 30 C 58\/97-24), dennoch werden bisher relativ wenig Unterschriften auf \u00dcberweisungstr\u00e4gern automatisch verglichen. In einem Bericht des Deutschen Depeschendienstes vom 21. September 2006 wird die Schadenssumme aufgrund von \u00dcberweisungsbetrug f\u00fcr 2005 auf rund 45 Millionen Euro beziffert. Dem Thema \u00dcberweisungsbetrug widmet sich ein sehr gut recherchierter Artikel in der Online-Enzyklop\u00e4die Wikipedia.<\/p>\n<p>Unter den wenigen deutschen Instituten, die bereits automatisch pr\u00fcfen, finden sich die HypoVereinsbank, die Sparkasse in Krefeld, die Berliner Bankgesellschaft oder die Volksbank Mittelhessen. Eine kluge Investition denn die Institute tragen das Risiko, sofern sie die Unterschrift nicht pr\u00fcfen (BGH, AZ: XI ZR 117\/96 und BGH, Az. XI ZR 325\/00). In der benachbarten Schweiz wird heute schon nahezu fl\u00e4chendeckend ein automatischer Vergleich vorgenommen.<\/p>\n<h2>T\u00e4glich weltweit 25 Millionen automatisch gepr\u00fcfte Unterschriften<\/h2>\n<p>Sarraf leitet die Produktentwicklung des 2005 eigens gegr\u00fcndeten Bereiches Betrugspr\u00e4vention bei Softpro, einer Firma, die sich seit 1998 ausschlie\u00dflich der softwarebasierten Pr\u00fcfung von Unterschriften widmet. Bei einer der gro\u00dfen amerikanischen Banken werden heute die Unterschriften auf bis zu 15 Millionen Schecks pro Tag automatisch mit denen in einer Referenzdatenbank verglichen. Die erste Version der vollst\u00e4ndig softwarebasierten Pr\u00fcfung kam bereits 1994 bei der Credit Suisse zum Einsatz. Mittlerweile trifft man die Produktfamilie unter den Namen SignPlus oder FraudOne unter anderem auch in Australien, Brasilien, Gro\u00dfbritannien, Malaysia, S\u00fcdafrika, Trinidad oder Zypern an.<\/p>\n<p>Die Gemeinschaftsentwicklung mit IBM und dem Schweizer Partner App Informatik wurde seitdem kontinuierlich fortentwickelt, um den immer komplexer werdenden Anspr\u00fcchen stand zu halten. Sie basiert auf Erkenntnissen von Schriftsachverst\u00e4ndigen. Bei Unterschriften auf Papier werden die statischen Bildmerkmale analysiert: dazu z\u00e4hlen Kreuzungen, Abzweigungen, Schleifen und Bogenformen. Diese Elemente werden gefiltert, kalkuliert und gewichtet. Beim Vergleich von Unterschriften wird ein \u00c4hnlichkeitsgrad ermittelt. Liegt dieser innerhalb eines gewissen Toleranzrahmens, lassen sich die verglichenen Unterschriften folglich demselben Unterzeichner zuordnen.<\/p>\n<p>Derzeit werden t\u00e4glich weltweit \u00fcber 25 Millionen Schecks und \u00dcberweisungen mit dieser Technik gepr\u00fcft, ein Gro\u00dfteil davon in den Vereinigten Staaten. Sarraf: &#8222;Der Informationsbedarf bei den Instituten ist extrem hoch. Wir haben daher 2006 eine eigene Beratungsmannschaft aufgestellt. Geleitet wird das Team von einer der international bekanntesten Spezialistinnen f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Scheckbetrug &#8211; Angela Bardowell. Sie half bereits der Bank of America erfolgreich, ihre Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Scheckbetrug zu minimieren.&#8220;<\/p>\n<h2>Tests mit dem Vergleich biometrischer Unterschriften-Merkmale gestartet<\/h2>\n<p>Softpros Produktpalette bietet mittlerweile auch die M\u00f6glichkeit zur Auswertung dynamischer Signale, Charakteristika, die auch als biometrische Merkmale bezeichnet werden. Zu ihnen z\u00e4hlen der Schreibdruck und die -geschwindigkeit. Erfasst werden k\u00f6nnen sie auf speziellen Schreibtabletts oder so genannten Tablet PCs. Dies zeigt, dass in der Unterschrift noch weitaus mehr individuelle Kennzeichen stecken als in ihrem Bild allein. Eine Reihe von Instituten im In- und Ausland haben damit begonnen, Unterschriften auf Schreibtabletts bereits w\u00e4hrend des Unterschreibens zu digitalisieren.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung wird ausf\u00fchrlich vorgestellt auf dem Signatur Pavillon auf der Cebit (Halle 17, A01.15). Auf dem Gemeinschaftsstand im Rahmen der Fachmesse Bank-Finanz-Systeme stellt Wacom unter anderem erstmals sein j\u00fcngstes Ger\u00e4t speziell zur beweiskr\u00e4ftigen Erfassung von Unterschriften vor. Ebenfalls am Stand ist mit Motion Computing einer der erfolgreichsten Hersteller der Welt von ultraleichten Tablet PCs. Motion Computing verwendet die Stifteingabe-Technologie von Wacom (&#8222;Penabled&#8220;) in seinen Ger\u00e4ten. Demonstriert wird auf der Cebit wie der mobile Au\u00dfendienst elektronische PDF-Dokumente mit Softpros SignDoc Dokumente (wie z.B. Kontoer\u00f6ffnungen) ganz einfach unterschrieben werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Tipps f\u00fcr mehr Sicherheit bei \u00dcberweisungen<\/h2>\n<p>Verbrauchern r\u00e4t Sarraf, ihre Bankdaten stets vertraulich zu behandeln, sie also zum Beispiel nicht auf Postkarten zu schreiben, wie es im Versandhandel \u00fcblich ist. Belege wie Kontoausz\u00fcge sollten vor dem Wegwerfen stets zerrissen werden. Unter Betr\u00fcgern besonders beliebt sind die Papierk\u00f6rbe neben Kontoauszugsdruckern &#8211; dort finden sich h\u00e4ufig vertrauliche Informationen. Lastschriftbelege von der EC-Karten-Zahlung, auf der auch die Unterschrift sichtbar ist- quasi als F\u00e4lschungsvorlage &#8211; sollten daher ebenso gr\u00fcndlich vernichtet werden. Es ist ratsam, Kontoausz\u00fcge genau und in kurzen Zeitabst\u00e4nden zu \u00fcberpr\u00fcfen und Auff\u00e4lligkeiten unverz\u00fcglich dem Geldinstitut mitzuteilen.<\/p>\n<p>Einen ganz pers\u00f6nlichen Tipp hat Sarraf auch noch parat: Je ausf\u00fchrlicher und individueller man unterschreibt, desto schwerer macht man es einem Betr\u00fcger. Sarraf w\u00f6rtlich: &#8222;Bei Unterschriften auf Papier pr\u00fcft unsere Software wie ein Gremium von Schriftsachverst\u00e4ndigen. Untersucht wird dabei das Ergebnis eines typischerweise unreflektierten motorisch-kognitiven Prozesses &#8211; des Unterschreibens. Deshalb gilt hier: lieber eine individuelle Sauklaue als eine leicht nachahmbare Unterschrift in Sch\u00f6nschrift.&#8220; (<a target=\"_blank\" title=\"Weitere Informationen zum \u00dcberweisungsbetrug finden Sie in der pressebox\" href=\"http:\/\/www.pressebox.de\/pressemeldungen\/softpro-gmbh\/boxid-95711.html\">pressebox<\/a>, B\u00f6blingen, 05.03.2007).<\/p>\n\n\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\" itemprop=\"text\">\n<p>Im Jahre 2006 schwappten mehrere Betrugswellen mit gef\u00e4lschten \u00dcberweisungen durch Deutschland und \u00d6sterreich, betroffen waren unter anderen die Gro\u00dfr\u00e4ume Frankfurt\/Main, Stuttgart und Wien. In einigen St\u00e4dten etablierte die Kriminalpolizei zentrale Ermittlungsgruppen. 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