﻿{"id":2018,"date":"2009-10-05T15:00:08","date_gmt":"2009-10-05T13:00:08","guid":{"rendered":"http:\/\/wallaby.de\/news\/?p=2018"},"modified":"2009-10-05T15:11:44","modified_gmt":"2009-10-05T13:11:44","slug":"seltsamste-forschungen-des-jahres-pr%c3%a4miert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wallaby.de\/news\/technik\/seltsamste-forschungen-des-jahres-pr%c3%a4miert-p2018.html","title":{"rendered":"Seltsamste Forschungen des Jahres pr\u00e4miert"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\" itemprop=\"text\">\n<h2>Schweizer Gerichtsmediziner gewinnen Ig-Nobelpreis f&uuml;r Frieden<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die seltsamsten Forschungsarbeiten der Welt wurden am letzten Donnerstag an der Universit&auml;t Harvard zum bisher 19. Mal mit dem<a title=\"zu improbable.com\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/improbable.com\"> Ig-Nobelpreis<\/a>&nbsp; ausgezeichnet. Der Ig-Preis, der f&uuml;r &quot;ignoble&quot;, zu deutsch &quot;schmachvoll&quot; steht, folgt dem Motto &quot;erst zum Lachen, dann zum Denken bringen&quot;. In einer penibel inszenierten Zeremonie mit 1.000 Besuchern hielt Benoit Mandelbrot, Pionier der fraktalen Geometrie, eine 60-Sekunden-Rede &uuml;ber die Risiken der Finanzm&auml;rkte, ehe echte Nobelpreistr&auml;ger die Ig-Preise in zehn Kategorien &uuml;berreichten. Ausgew&auml;hlt hatte man wie immer Forschungen, die in den wissenschaftlichen Publikationen des vergangenen Jahres als besonders un&uuml;blich oder unn&uuml;tz aufgefallen waren. <\/p>\n<p>So ging der Physikerpreis&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--> etwa in die USA f&uuml;r die Erkenntnis, warum schwangere Frauen nicht umkippen. Eine US-&Auml;rztin, die fr&uuml;her evakuierte Kinder nach dem Tschernobyl-Ungl&uuml;ck behandelt hatte, wurde f&uuml;r die Entwicklung eines B&uuml;stenhaltes mit dem Preis f&uuml;r Gesundheitswesen ausgezeichnet. Die Erfindung kann im Notfall zu zwei Atemmasken umgebaut werden. Als bester Ig-Chemiker darf sich der mexikanische Erfinder einer Diamantherstellung aus Tequila bezeichnen. Geehrt wurden auch die britischen Entdecker des Vorteils der Namensgebung von K&uuml;hen, denn ihren Erhebungen zufolge geben K&uuml;he mit Namen j&auml;hrlich um 250 Liter mehr Milch. Der Medizinpreis ging an den Forscher, der in 60 Jahren Selbstversuch bewiesen hatte, dass Kn&ouml;chelknacken keine Arthrose verursacht. Das isl&auml;ndische Bankensystem wurde honoriert f&uuml;r den Nachweis, dass sich kleine Banken schnell in gro&szlig;e verwandeln k&ouml;nnen und umgekehrt. Dem Direktor der Nationalbank Zimbabwes hielt man mathematische Verdienste zugute, da sein Land gleichzeitig Banknoten von einem Cent bis zu Hundert Billionen Dollar drucke, was der Bev&ouml;lkerung hohe F&auml;higkeiten im Umgang mit Zahlen verleihe. <\/p>\n<p>Der Friedenspreis ging schlie&szlig;lich an das Team um Stephan Bolliger vom Institut f&uuml;r Rechtsmedizin der <a title=\"zu www.irm.unibe.ch \" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.irm.unibe.ch \">Universit&auml;t Bern<\/a>. Die Forensiker konnten zeigen, dass eine Halbliterflasche Bier ein stumpfes Sch&auml;deltrauma hervorrufen kann. &quot;Sowohl volle als auch leere Bierflaschen k&ouml;nnen schwere Verletzungen bis hin zum Sch&auml;delbruch verursachen. Allerdings detoniert die volle Flasche schneller, was die leere noch gef&auml;hrlicher macht&quot;, berichtet Michael Thali, Direktor des Instituts. Die Ausgangsfrage dieser Forschung sei im Gerichtssaal aufgetaucht, woraufhin die sachverst&auml;ndigen Forscher eine physikalische &Uuml;berpr&uuml;fung vornahmen. &quot;Dies war wissenschaftlicher Ernst statt Jux der Forscher, zudem wurde die Studie in einem anerkannten Fachjournal publiziert und zuvor durch die Qualit&auml;tssicherung des Peer-reviews begutachtet.&quot; Sonderlich gro&szlig; sei der Beitrag der Ergebnisse zum Weltfrieden allerdings nicht, vermutet der Institutsleiter. <\/p>\n<p>Kopfzerbrechen bereitete Thali bei Bekanntgabe der Auszeichnung die Frage, wie man als anerkanntes Universit&auml;tsinstitut mit ihr umgehen solle. &quot;Ein echter Nobelpreis w&auml;re uns zwar sicher lieber gewesen und einige werden &uuml;ber die Vergabe lachen, doch k&ouml;nnen wir uns keinen Vorwurf fehlender Korrektheit machen. Wir entschieden uns daher, die Studienautoren doch zur Zeremonie zu schicken.&quot; Wissenschaft werde oft ernst dargestellt, k&ouml;nne jedoch auch lustig sein, sobald man sie mit einer anderen Brille sehe. Der ulkige Beigeschmack des Preises gehe einerseits auf die damit verbundene Zeremonie, bei der echte Nobelpreistr&auml;ger anwesend sind, zur&uuml;ck, sowie auf die verk&uuml;rzte Darstellung der Forschungen in den Medien. &quot;Die Forschungen werden stets aus dem Zusammenhang gerissen, was sie ins L&auml;cherliche zieht.&quot; <br \/>\n&nbsp;<\/p>\n\n\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\" itemprop=\"text\">\n<p>Schweizer Gerichtsmediziner gewinnen Ig-Nobelpreis f&uuml;r Frieden Die seltsamsten Forschungsarbeiten der Welt wurden am letzten Donnerstag an der Universit&auml;t Harvard zum bisher 19. Mal mit dem Ig-Nobelpreis&nbsp; ausgezeichnet. 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