Datenschutz – YouTube kämpft gegen Porno-Flutattacke

Angreifer verstecken Sexszenen in Kindervideos

Mountain View (pte/22.05.2009/13:50) – Googles Videotochter YouTube ist Ziel einer geplanten Porno-Attacke geworden. Hunderte Videos mit Erotikszenen und bedenklichen Inhalten, die gegen die Nutzerrichtlinien des Portals verstoßen, mussten bereits von der Seite entfernt werden. Das umfangreiche Material wurde offenbar in einem gezielten und koordinierten Angriff hochgeladen, um die Videoplattform mit Pornos zu fluten. Eine organisierte Gruppe von Usern, die der BBC zufolge unter dem Namen 4Chan operiert, habe die Szenen in Kindervideos versteckt. Mit der Aktion wollten die Angreifer nach eigenen Angaben gegen die andauernde Entfernung von Musikvideos durch YouTube protestieren.

Die Attacke habe gezeigt, wie…

einfach der Upload von bedenklichem oder illegalem Videomaterial auf eine Webseite ist, die täglich von mehreren Mio. Menschen besucht wird. Google könne auf die Angriffe, obwohl man sich des Problems bewusst sei, hingegen lediglich reagieren, indem die Inhalte nachträglich gelöscht werden. Eine Möglichkeit, der Lage dauerhaft beizukommen, gebe es nicht. Zwar werden jene Accounts gesperrt, die gegen die Nutzerrichtlinien der Plattform verstoßen. Das Hochladen von bedenklichen Videos kann dadurch jedoch nicht verhindert werden. Eine Kontrolle des Materials, das von den Usern veröffentlicht wird, ist angesichts der enormen Datenfülle zudem nicht möglich. So wächst das Portal pro Minute um durchschnittlich 20 weitere Videostunden.

Die Gruppe 4Chan hat die Pornos in Kindervideos versteckt und sie unter den Namen von Teenager-Stars wie Hannah Montana oder Jonas Brothers verbreitet. Während die Beiträge in den Anfangsszenen unbedenkliches Material zeigten, wurden die Sexszenen nach kurzer Spieldauer in die Videos geschnitten. Gleichzeitig erreichten die Angreifer in kurzer Zeit eine relativ starke Reichweite. Viele Nutzer fügten die Videos ihren Favoriten hinzu und versahen sie mit hohen Userbewertungen. Dass ausgerechnet Kinder und Teenager Ziel der Attacken wurden, spielt nach Ansicht von 4Chan keine bedeutende Rolle. Im Internet würden sie ohnehin auf unpassendes Material stoßen.


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