Google Traffic minimieren

Ist Traffic von Suchmaschinen schädlich?

Google Traffic minimierenJeder Inhouse SEO, jede SEO Agentur und viele Homepage- und Onlineshop-Betreiber analysieren Websites mit Webanalyse-Tools. Alle zusammen freuen sich über Seitenzugriffe auf der betrachteten Homepage. Ein Suchmaschinen-Optimierer beobachtet den gewonnen Traffic jedoch wesentlich differenzierter. Viele Verantwortliche sind hellauf begeistert, wenn die Zugriffsquote der Seitenbesucher die von Google stammt zwischen 80 und 95 % liegt. Für jemanden der aktiv Suchmaschinen-Optimierung betreibt ist das allerdings ein Nachteil. Warum das so ist, welche Kennzahlen Sie beachten sollen und was Sie dagegen unternehmen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wer Geld mit seiner Website verdienen will, braucht Seitenzugriffe. Beim Start einer Online-Präsenz ist es im Grunde (fast) egal, wo dieser Traffic herkommt. Im Allgemeinen ist man schon froh überhaupt gefunden zu werden. Die Wunderwaffe schlechthin, um mehr Zugriffe zu bekommen, scheint für die meisten Existenzgründer anfangs Google zu sein. Oft liest man besonders häufig von Einsteigern Fragen in Foren und Blogs zu den Themen „Warum wird meine Website nicht von Google indexiert?“, „Wieso ist nur die Startseite meiner Website im Suchmaschinen-Index?“ oder „Wie übermittle ich meine Produkte/Webseiten an Google?“.

Ist die Website bei Google gelistet, lehnen sich viele zufrieden zurück und warten auf die Besucher, die aber immer noch nicht kommen. Inzwischen sind die ersten Wochen vergangen und allmählich wird der neue Firmeninhaber ungeduldig. So nach dem Motto, ich bin doch bei Google gelistet, da müssen doch viele Kunden kommen. Clevere Homepage-Betreiber arbeiten von Anfang an daran, die Website besser auffindbar und nutzerfreundlich zu gestalten. Es gibt viele weitere Möglichkeiten mehr Seitenbesucher auf die eigene Seite zu locken oder deren Kaufbereitschaft zu erhöhen:

  • Suchmaschinen-Optimierung (SEO): Befolgen der Google SEO Richtlinien
  • Online-Marketing (SEM): Generieren von Traffic über AdWords und Werbebanner
  • Social Media Marketing (SMM): Schreiben von Blog-Kommentaren und Forenposts
  • Usability: Verbessern der Benutzerführung und vereinfachen der Seitenstruktur/-bedienung
  • Conversion-Rate Optimierung: Steigern der Click-Through-Rate (CTR) beim Bestellvorgang
  • Presse-Arbeit: Veröffentlichen von Pressemeldungen und Artikeln (eventuell als Gastautor)

Den Traffic erhöhen Sie beispielsweise auch durch interne Verbesserungsmaßnahmen (URL-Struktur, interne Verlinkung, optimierte Texte, Keyword-Dichte, Metatags, …), externen Linkaufbau (Kommentare, Linktausch, Bookmarks, …) und bezahltes Online-Marketing. Der gesamte Traffic wird nicht mehr nur über Google erzeugt und gleichzeitig steigt das Ranking in den Suchmaschinen. Denn wer intern sauber arbeitet (Onpage-Optimierung) und extern viele Links zur eigenen Website sammelt (Offpage-Optimierung), der verdient in den Augen von bing, Google und Yahoo! ein besseres Ranking im Suchmaschinen-Index.

Mit Webanalysen Rückschlüsse ziehen

Allmählich landet die Website auf einer Entwicklungsstufe, die es erforderlich macht, die Webanalyse-Zahlen genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn eine Webanalyse mittels Google Analytics, etracker oder Webtrekk lohnt sich nicht, wenn Sie aus den Zahlen keine Rückschlüsse ziehen. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen besonders zwei Kennzahlen ans Herz legen: den Prozentanteil der Zugriffsquellen und die Absprungrate. Die Zahlen in den Abbildungen dienen nur als grobe Richtschnur und sind natürlich abhängig von der Branche…..

  • Kleine Website: ca. 10.000 Seitenzugriffe pro Monat
  • Mittelgroße Website: ca. 50.000 – 250.000 Seitenzugriffe pro Monat
  • Große Website: ca. 500.000 – 10 Mio. Seitenzugriffe pro Monat

Anteil der Zugriffsquellen

Abb. 1: Anteil der Zugriffsquellen

Die Tabellenauswertungen verdeutlichen aber ziemlich genau, wieso Traffic von Google nicht unbedingt immer erstrebenswert ist. Die Abbildung 1 zeigt, je größer und erfolgreicher eine Website ist, desto niedriger ist der Anteil des Traffics über Suchmaschinen. Direkte Zugriffe nehmen zu, weil die Marke bzw. der Domainname bekannter wird (Branding) und User häufiger den Domainnamen direkt eintippen. Ebenso nimmt gleichzeitig der Anteil der verweisenden Websites zu.

Grund dafür ist der intensivere externe Linkaufbau, wodurch Links auf die Website häufiger gefunden werden in Foren, Blogbeiträgen, Blogrolls, Social Media Sites, Webkatalogen, RSS-Verzeichnissen, usw.

Absprungrate verringern

Betrachten Sie einmal in diesem Zusammenhang die Absprungrate im Hinblick auf die Zugriffsquelle genauer, dann tritt ein eigentlich wenig überraschender Effekt auf. In Abbildung 2 sehen Sie, welche Zugriffsquellen im Normallfall die Absprungrate eher negativ beeinflussen. Ein kleinerer Webauftritt hat schon mal locker eine Absprungrate von rund 78 % bei den Usern die über eine Suchmaschine auf die Seite gelangen. Eine große Website mit guten optimierten Seiten kommt auf einen wesentlich niedrigeren Wert, so um die 25 %. Direkte Zugriffe sind sicherlich am wertvollsten, da der User den Domainnamen kennt und meistens genau weiß was ihn erwartet. Als Website-Betreiber eines kleineren Webportals sollte man sich also schnellsten ranmachen und möglichst viele externe Links sammeln. Bei großen Sites spielt das bezüglich der Absprungrate eine eher untergeordnete Rolle, ist aber dennoch wichtig, da natürlich viele Links den Ruf und das Image einer Domain stärken. Dies wiederum schlägt sich in erhöhten Zugriffszahlen und einem höheren PageRank nieder.

Absprungraten in Abhängigkeit von der Zugriffsquelle

Abb. 2: Absprungraten in Abhängigkeit von der Zugriffsquelle

Weichen Ihre Webanalyse-Zahlen mehr oder weniger ab von den Werten in den obigen Abbildungen, dann ist das noch kein Grund zur Sorge. Eine gewisse Abweichung ist durchaus normal, schließlich kommt es immer noch darauf an, um was für eine Website es sich handelt. In einem Forum oder Blog ist eine etwa 5 – 10 % höhere Absprungrate möglicherweise noch in Ordnung. Während in einem reinen Online-Shop die Quote wahrscheinlich sogar 10 – 20 % besser ausfällt.

 

Fazit

Sinn und Zweck der Analyse war es das generelle Ziel aufzuzeigen, wohin der Weg gehen muss bei einem neuen Webauftritt: „Markenaufbau durch externen Linkaufbau!“. Es lohnt sich durchaus nicht seine ganzen Hoffnungen auf die Suchmaschinen zu setzen und Google im speziellen. Oft liegen die Erwartungen viel zu hoch und werden enttäuscht. Zudem wird der Einfluss von Suchmaschinen als Traffic-Lieferant in den nächsten Jahren immer weiter abnehmen. Zunehmend wird Social Media Marketing mittels Facebook, LinkedIn, Twitter und ähnlichen Diensten immer wertvoller für die Traffic-Generierung. (Quelle: Shopleiter MagazinAusgabe Nr. 2 – Susanne Angeli – wallaby IT-Systems).


6 Comments for “Google Traffic minimieren”

says:

[…] Google Traffic minimieren Ist Traffic von Suchmaschinen schädlich? Wolfgang Kundler – SEO-Beratung – wallaby IT-Systems Jeder Inhouse SEO, jede SEO Agentur und viele Homepage- und Onlineshop-Betreiber analysieren Websites mit Webanalyse-Tools. Alle zusammen freuen sich über Seitenzugriffe auf der betrachteten Homepage. Ein Suchmaschinen-Optimierer beobachtet den gewonnen Traffic jedoch wesentlich differenzierter … […]

says:

Hi, sehr interessanter Beitrag. Bin gerade im Zuge meines Linkbuildings (wie du auch gerade so schön in deinem Text geschrieben hast) hier auf deiner Seite gelandet. Da ich selber als SEO arbeite konnte ich nicht anders und  musste deinen Text mal komplett lesen statt nur einen Link zu setzen. Bin teils deiner Meinung und teil etwas Anderer.
Gundsätzlich hast du natürlich Recht wenn du sagt, dass man sich nicht nur auf Google und die Suchmaschinenergebnisse verlassen darf, gerade weil Google den interenen Bewertungsalgorithmus ändert und man plötzlich komlpett von den ersten Seiten verschwunden sein kann (was für Gewerbliche sehr schlimm sein kann). Daher muss man seinen Traffic breit beziehen, wobei du die Quellen ja schon genannt hast. Dennoch meine ich, dass man sich sehr stark auf Google konzentrieren sollte, da die Jungs ja nunmal Marktführer sind (nebenbei ist Adwords auch von Google). Man darf auch nicht vergessen, dass die organischen Suchergebnisse kostenfrei sind! Das ist gerade für kleiner und mittlere Unternehmen  ein sehr großer Anreiz.
Allerdings empfiehlt sich ein Splitten auf SEM und SEO. Der Brandingeffekt und die Besucher über Backlinks kommen dann irgendwann von alleine ohne großes Hinzutun (sofern das angebot der seite stimmig und das Layout ansprechend ist).

Wünsche dir noch alles Gute
Marcus

says:

Ich kann meinem Vorredner nur zustimmen. Du hast zwar mit allem Recht was du sagst doch ist und bleibt (zumindest erstmal) Google der Marktführer und somit muss man sich auf diesen einstellen. Eine sehr interessante Sache wird werden, wenn bald HTML5 rauskommt. Dann fallen nämlich viele Tags weg die bisher bspw. für die On-Page Optimierung wichtig waren (zB. der Alt-Tag). Bin gespannt wie sich das alles auswirken wird!.
Besten  Gruß
Tatjana

says:

Mhm…, bei mir ist es genau anders herum (nicht immer, aber an manchen Tag), ich habe mehr direkte Zugriffe als über Google oder andere Webseiten und die Absprungrate bei den direkten Zugriffen beträgt beinnahe 95%.

Woran liegt das? 
Und wo kommen diese Zugriffe her? (täglich um die 50 nicht auf die Startseite sondern direkte auf Artikel)

Danke,
Yan

says:

Vielleicht sind es Crawler der Suchmaschinen ,die dann schnell über die Seite crawlen und dann eben schnell wieder weg sind.