Frankfurter Buchmesse: Deutschland im Lesefieber

Gedruckte Werke stellen E-Books noch klar ins Abseits

Auch die diesjährige Frankfurter Buchmesse widmet sich dem Thema E-Reader und E-Books in angemessener Weise. Im Vergleich zum klassischen Buch spielt der elektronische Lesespaß hierzulande aber eine nach wie vor verschwindend geringe Rolle. Das Interesse der Verbraucher an den neuen Medien sowie deren Bedeutung wächst zweifelsfrei – allerdings nur im Schneckentempo. Noch bestimmen die Printtitel den deutschen Büchermarkt mit einem denkbar großen Respektsabstand.

Viel Bewegung

"Der E-Book-Markt in Deutschland ist noch an seinem Anfang, aber es bewegt sich derzeit sehr viel", sagt Ronald Schild, Geschäftsführer der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels. "Die Verlage bauen ihr digitales Angebot aus und die aktuellen Lesegeräte, nicht zuletzt Apples iPad, überzeugen."

Die Frankfurter Buchmesse hat im Vorjahr als weltweit größter Event in dem Bereich rund 290.000 Besucher angelockt. Mit über 7.500 Ausstellern wird sie ihre wichtige Rolle auch in diesem Jahr und womöglich auch in weiterer Zukunft behalten – trotz wachsender Bedeutung des Internets, wie der Medien-Ankaufsservice Momox aufzeigt. Dies ist nicht nur damit begründet, dass die Veranstaltung auch elektronischen Buchausgaben Aufmerksamkeit schenkt. "Der zukünftige Einfluss von E-Books bleibt strittig", heißt es von Momox.

Buchkauf alle drei Sekunden

Schätzungen zufolge sind in der Bundesrepublik bisher gerade einmal 50.000 bis 80.000 E-Reader im Umlauf. Bis 2015 steigt ihre Zahl laut Prognose der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers auf nur 2,5 Mio. verkaufte Einheiten. Dem entgegen kaufen die deutschen Konsumenten allein beim Online-Auktionshaus eBay etwa alle drei Sekunden ein Buch. Wie das Unternehmen mitteilt, haben die Leser damit seit Jahresbeginn über 36 Mio. Euro für Bücher ausgegeben.

"Gedruckte Bücher und E-Books werden in Zukunft nebeneinander existieren", so Schild. Im Verhältnis wird die elektronische Variante in den kommenden Jahren wichtiger. "Voraussetzung dafür sind preiswerte, schöne und komfortable Endgeräte und ein ausreichendes Angebot an E-Book-Titeln", meint Schild.

Weiteres Wachstum

Insgesamt ist der deutsche Buchmarkt seit seinem Vorjahresumsatz von 9,7 Mrd. Euro um 0,8 Prozent weiter gewachsen. E-Books beanspruchen davon erst rund ein Prozent für sich, obwohl laut Börsenverein des Deutschen Buchhandels bereits ein Drittel der Neuerscheinungen auch in elektronischer Form erscheint. Bei eBay geht aus der Kategorie Belletristik alle zehn Sekunden ein Werk über die virtuelle Ladentheke, gefolgt von Sachtiteln sowie Kinder- und Jugendbüchern.

Die Frankfurter Buchmesse öffnet gestern, Mittwoch, ihre Pforten und ist nach dem Fachpublikum ab dem Wochenende bis 10. Oktober auch für Privatbesucher geöffnet.


No Comments for “Frankfurter Buchmesse: Deutschland im Lesefieber”

says:

Ich war dieses Jahr auch wieder auf Frankfurter Buchmesse und es hat sich wieder einmal gelohnt, allein schon um einige Autoren mal persönlich kennen zulernen und ihnen Fragen zur ihren Werken zu stellen. Freu mich schon aufs nächste Jahr ! =)