Shoptest ShopPilot

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Shoptest ShopPilot

Beitragvon peters » 04.07.14

„ShopPilot – Die Freiheit Erfolg zu haben“ so preist der Anbieter seine Onlineshop Lösung an. Aber was steckt dahinter? Ist es eine der mittlerweile reichlich vorhandenen und ausgereiften Lösungen auf Basis von PHP und MySQL oder ist ShopPilot tatsächlich anders?

Also ran an den Code. Da es eine Testversion zum Download auf der Homepage des Anbieters gibt nichts einfacher als das. Die Software war schnell heruntergeladen und auf meinem Windows 8 Rechner als App installiert.

Ich hatte jetzt so eine Art Installer erwartet, der die Online-Dateien auf meinen Webserver lädt, so ist es jedenfalls bei vielen ähnlichen Produkten. Nein es öffnet sich eine komplette Administrationsoberfläche, das ShopPilot Workcenter. In das Workcenter kann man Shop-Projekte einladen oder im Workcenter neu anlegen. Ein Projekt ist dabei ein Windows Ordner, der eine Menge Dateien und Unterordner enthält, deren Zweck ich noch nicht verstehe.

Da schon einige fertige Shop-Projekte mitgeliefert werden, werde ich eines hiervon öffnen, um zu sehen was passiert. Da kommt auch schon die erste Warnung vom Firewall, liveview.exe versucht auf Port 8080 zuzugreifen. In der Mail die ich mit dem Downloadlink erhalten hatte, stand glücklicherweise, man solle dies zulassen. Bei Liveview handelt es sich um einen Miniwebserver, der benutzt wird, um die Shops ohne Onlinezugriff zu betreiben.

Ich war gespannt, ob der Shop tatsächlich jetzt lokal läuft. Beim Klick auf veröffentlichen startet der Shop im rechtenVorschaufenster. Dass es sich hier nicht um einen Trick handelt, zeigt die Möglichkeit den Shop auch im externen Browser zu starten. Dort sieht man auch, dass die URL etwas mit 127.0.0.1 und Port 8080 ist.

Aber jetzt will ich mal ein bisschen spielen und Artikel und Kategorien anlegen.

Man sieht links im Workcenter ein baumartiges Menü, welches u.a. die Kategoriestruktur darstellt. Wenn ich hier eine Seite anklicke, wird in der Mitte eine Liste die Artikel in dieser Seite angezeigt. Die Artikel kann ich editieren, indem ich sie anklicke. Dann erscheint rechts ein Bereich in dem ich die verschiedenen Artikeleigenschaften editieren kann. So jetzt ändere ich mal die Beschreibung eines Artikels und den Preis. Lade die Seite im Browser neu, aber nichts tut sich.

Ich klicke jetzt erneut auf Veröffentlichen. Aha da kommt ein Fenster Datenbank-Replikation und ich sehe noch kurz den Text eines SQL-Statements hindurchhuschen. Seite neue geladen und meine Änderungen sind im Shop. Das schöne an der Windowsoberfläche ist, dass man wirklich schnell und komfortabel arbeiten kann. Artikel kopieren per Drag&Drop verschieben oder Verknüpfungen erstellen, all dies geht ohne Probleme und wird bei Veröffentlichung dann auch im Shop abgebildet.

Eine Sache ist mir in diesem Bereich noch aufgefallen. Und zwar gibt es beim Bearbeiten von Artikeln eine Lasche Benutzerdefiniert. In der Onlinehilfe (F1) fand ich dann, was es damit auf sich hat. Man kann die Artikeleigenschaften um beliebige eigene Felder erweitern, die mit verschiedenen Datentypen anlegbar sind. Legt man ein solches zusätzliches Feld an, wird beim veröffentlichen zunächst die Datenbankstruktur geändert, so dass dieses Feld auch in der Shop-Datenbank vorhanden ist. Approps Datenbank; Es werden offenbar verschieden Datenbanken unterstützt. Man kann zwischen Access, SQL-Server und MySQL wählen. Die Demoshops basieren alle auf Access.

So die Basics habe ich jetzt, aber wie kann ich das Design des Shops ändern? In der Onlinehilfe finde ich etwas von Vorlagen, Identifiern und SSP. Die Seiten hatten wir ja schon in der linken Baumansicht gefunden. Wenn man hier doppelt klickt bekommt man die Eigenschaften der Seite angezeigt und hier gibt es ein Feld in dem die Vorlage eingetragen ist. Die Vorlage wird vom Shop-Script eingelesen und über die Template Engine verarbeitet und dann als HTML ausgegeben. Aber im Grunde genommen ist auch die Vorlage gültiges HTML, die nur einige Platzhalter (die im Handbuch als Identifier bezeichnet sind) enthält.

So ein Platzhalter ist z.B. __preis__ für den Artikelpreis. Oder __catalog__ (für das Kategoriemenü) Es gibt so ca. 100 verschiedene Identifier. Und man kann natürlich auch Identifier für die Benutzerdefinierten Felder verwenden. Das ist ganz einfach: Für ein Feld mit dem Namen GEWICHT heißt der Identifier __GEWICHT__ . Damit kann ich dann das Gewicht eines Artikels anzeigen lassen.

Was ist aber, wenn ich folgendes machen will? Auf der Shopseite soll bei einem Artikel z.B. stehen “Gewicht 120g”. Nun ist es aber so, dass im Warenwirtschaftssystem das Gewicht nur als Grammzahl angegeben ist und einige Artikel haben kein gültiges Gewicht, dann steht im WaWi in der Spalte Gewicht eine 0.

Hier kommt dann SSP (Shop Server Pages) ins Spiel. Mit SSP kann ich mir intelligente Identifier bauen. Statt __GEWICHT__ würde man schreiben __bendef::GEWICHT__. Im Modul “bendef” kann ich dann eine Funktion GEWICHT haben, welche mir die entsprechende Ausgabe in einem Dreizeiler erzeugt. Im Handbuch ist genau erklärt, wie das funktioniert. Es würde aber hier zu weit führen. Aber SSP ist eine tolle Erweiterungs-möglichkeit. Im Gegensatz zu anderen Template-Engines kann man den Code aus der Seite heraushalten und in separaten Dateien ablegen. Dadurch ist es möglich den Code in verschiedenen Templates wieder zu verwenden. So gibt es auch schon fertige Module für häufige Anwendungsfälle (eine Art Bibliotheck), die mit ausgeliefert werden.

Auf einen letzten Punkt möchte ich noch zu sprechen kommen, weil ich eben vom Import aus einem Warenwirtschaftssystem gesprochen habe. Es gibt einen Menüpunkt “Import aus Datenbank”. Hiermit ist die Datenbank eines ERP-Systems oder einer Warenwirtschaft gemeint. Um eine solchen Datenbank anzubinden, benötigt man eine ODBC Datenquelle für diese Datenbank. Eine ODBC Datenquelle kann man in Windows unter Systemsteuerung | Verwaltung | ODBC einrichten. Hat man die Datenquelle eingerichtet, ist es möglich die Daten mit den Shopdaten zu verknüpfen. Dazu gibt es einen Assistenten mit dem man die Tabellen und Felder zuordnen kann. Ist diese einmal geschehen, kann der Import im Workcenter per Klick oder per Zeitsteuerung durchgeführt werden. Die ShopPilot Workcenter Software sorgt dafür, dass alle Änderungen in die Shop-Datenbank repliziert werden. Wenn sich etwa der Lagerbestand von 10 Artikeln geändert hat, werden auch nur diese Änderungen an die Shop-Datenbank übertragen und nicht der komplette Datenbestand.

Tatsächlich handelt es sich bei ShopPilot um ein sehr flexibles System, das es ermöglicht einen Shop optimal für eine bestimmte Anwendung zu erstellen. Die Bedienung ist auch sehr einfach und komfortabel. Die Flexibilität wird gerade bei den Templates und bei den Importmöglichkeiten deutlich, hier sind aber auch entsprechende Kenntnisse notwendig, um die Flexibilität optimal nutzen zu können. Einmal eingerichtet sind zur Bedienung lediglich Office Kenntnisse notwendig.
peters
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